Lüneburg. Eigentlich war es ein ganz normaler Einsatz für die Polizei-Beamten. Sie ermittelten in einem Diebstahlsfall: Drei Verdächtige sollen am vorigen Samstag aus einem Getränkemarkt in Lüneburg, Bleckeder Landstraße, eine Geldkassette mit 400 Euro Bargeld gestohlen und dann mit ihrem BMW geflohen sein. Das Auto fanden vier Polizisten vor einem Fitnessclub in Lüneburg-Kaltenmoor wieder. In dem Studio trafen sie auch den Hauptverdächtigen (23).
Als sie jedoch die Spinde durchsuchen wollten, gingen laut Polizeibericht sämtliche Sportler aus dem Club, die meisten von ihnen Extrem-Bodybuilder, auf die Beamten los, warfen mit Barhockern. Die Polizisten mussten sich mit Pfefferspray wehren und forderten Verstärkung an.
Schließlich umstellten mehr als 50 Einsatzkräfte das Gebäude und stürmten es trotz des heftigen Widerstands. Auch von den rund 300 Schaulustigen solidarisierten sich einige mit den Bodybuildern und griffen die Polizisten an. Dieser Polizeibericht stimme zu 90% nicht, erklärte der Beschuldigte gegenüber der LZ. Es sei die Polizei gewesen, die die Situation hochgeschaukelt habe. Schließlich konnten die Einsatzleitung und Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der zufällig vorbeikam, die aufgebrachte Menge beruhigen. Es helfe niemandem, die Sache schönzureden oder zu dramatisieren, so Mädge. Man wolle den Vorfall jetzt mit Polizei, Justiz und Sozialbehörde aufarbeiten. Bei der Durchsuchung fanden die Polizisten schließlich die Täterbekleidung vom Diebstahl, einen Schlagring und Anabolika. Diverse Strafverfahren folgen.
