„In Harmonie mit dem Hund“ heißt das Buch über die Arbeit von Lünepost-Tiertherapeutin Simone Steinbrenner, das Autorin Edith Möller geschrieben hat. „Die Harmonie gelingt“, sagen beide und nehmen die Leser mit auf die Reisen in eine intelligentere Welt des Umgangs mit Hunden. Eine faire Welt ohne Gewalt und Strafe, die dem geflügelten Wort vom besten Freund des Menschen endlich auch gerecht wird. Vermenschlichung ausgeschlossen!
Zur Leseprobe geht es hier entlang !
Die Lünepost hat vorab mit Autorin Edith Möller und Hundetherapeutin Simone Steinbrenner über ihr Buch gesprochen.
LP: Frau Steinbrenner, seit fünf Jahren beantworten Sie jeden Samstag in unserer Lünepost-Kolumne „Die Hunde-Sprechstunde“ Fragen von Hundebesitzern und stellen wöchentlich ein „Tierschicksal“ in Wort und Video vor. Kostet es Sie viel Kraft, immer wieder so viel Tierleid zu begegnen?
S. Steinbrenner: Ja, das tut es, und so manches Schicksal erschüttert mich tief. Das muss wohl so sein, denn sonst könnte ich mich nicht in jedes einzelne Hundewesen hineinversetzen.
LP: Frau Möller, was unterscheidet Ihr Buch von anderen Hundebüchern?
E. Möller: „In Harmonie mit dem Hund“ ist ganzheitlich – das Buch beschreibt das „Warum?“. Denn, was nützen im Alltag Tipps zu jeder einzelnen Frage? Sinnvoller ist, mehr vom Wesen und natürlichen Verhalten des Hundes zu verstehen. Dann kann jeder Hundebesitzer von vorneherein vorbeugen, selber korrigierend handeln, und er weiß frühzeitig, wann es Zeit wird, sich notfalls kompetente Hilfe zu suchen.
LP: Sozusagen viele Fragen – und eine Antwort?
E. Möller: Ja, und die lautet: Verständnis! Dauerhaft verbessern kann nur, wer versteht, warum sein Hund sich wie verhält: Warum zerrt mein Hund an der Leine? Warum giftet er Artgenossen an, zernagt den kostbaren Teppich oder ist noch immer nicht stubenrein? Wieso nervt er die Nachbarn mit Dauergebell? Warum hat er zugebissen?
LP: Frau Steinbrenner, Sie arbeiten seit über 20 Jahren mit Hunden. War es schwer, Ihre Arbeit in Buchform zu bringen?
S. Steinbrenner: Oh ja, das war es. Es hört sich zwar immer gut an, wenn versprochen wird, dass „Erziehung zum gesellschaftstauglichen Hund – leicht und schnell gemacht“ ist – sozusagen als Fastfood mal eben nebenbei. Aber Hunde sind keine Automaten mit Bedienungsanleitung für den richtigen Knopfdruck. Daher arbeite ich auch nicht mit Methoden nach „Schema F“. Denn die funktionieren meist nur kurzzeitig und enden allzu häufig in einer Spirale der Gewalt.
LP: Von Strafe und Druck halten Sie also nichts?
S. Steinbrenner: Absolut nichts! Wie die fünf Leidensgeschichten von Hunden und ihren Besitzern in dem Buch sehr eindrucksvoll belegen, enden solche Erziehungs-, Ausbildungs- und Korrekturmethoden allzu häufig im „Wahnsinn“. Der Hund leidet, der Halter ebenfalls, und auch mich trifft dieser seelische Schmerz ins Mark. Denn oft werde ich hinzugezogen, wenn der Uhrzeiger längst fünf nach zwölf zeigt und der schlimmste Fall eingetreten ist. Letztlich kommen dann Menschen zu mir, deren Hunde am Ende ihrer psychischen und physischen Kräfte sind. Nicht selten spielt eine Odyssee inkompetenter Beratung und Begleitung innerhalb der Hundeerziehung eine wesentliche Rolle. Noch viel zu oft wird heute der Fehler gemacht, die Schuld für eigenes Fehlverhalten beim Hund zu suchen, aber das Problem steht häufig am anderen Ende der Leine.
LP: Was kann „das andere Ende der Leine“ tun?
S. Steinbrenner: Ich glaube ganz fest daran, dass jeder, der seinen Hund liebt, auch das Beste für ihn wünscht. Und das kann nur eines bedeuten: das natürliche Wesen des Hundes kennenzulernen und mit diesem Wissen zu seinem Wohl zu handeln. Nur so kann sich der Mensch seinem Hund auf faire Weise verständlich machen.
LP: Frau Möller, Frau Steinbrenner, wir danken für dieses Interview.









