Lauenburg. Jubel am Mittwoch in Lauenburg: Aus Kiel kam nun doch ein Durchfahrtsverbot für schwere Laster. Verkehrsminister Jost de Jager will die Anwohner der B 5 zwischen Geesthacht und Lauenburg von Lkw über 12 Tonnen entlasten. „Sensationell!“, jubelt Maja Bienwald vom Bürgeraktionsbündniss (BAB) „Lauenburg reicht‘s“. Die Zusage von de Jager zeige: Wenn Bürger das Herz in die Hand nehmen, haben sie Erfolg, so das BAB. „Ich bin sehr überrascht“, lässt sich Bürgermeister Harald Heuer vernehmen, „dass jetzt doch so eine schnelle Entscheidung gefallen ist, die die Stadt sehr begrüßt – ein Resultat eines gemeinsamen Werkes.“ Noch vorige Woche schien die Lkw-Sperre vom Tisch, wurde als Lösung lediglich ein Flüsterasphalt angeboten.
Sogar eine Tempodrosselung im Stadtgebiet wegen der winterlich arg lädierten Straßen lehnte die Verkehrsaufsicht nochzum Wochenende ab (LP berichtete). Jetzt die Wende: Verbotsschilder sollen weiträumig aufgestellt werden. Das gilt für Lkw, deren Start- bzw.
Zielort außerhalb von 75 km Umkreisum Lauenburg liegt. Kleiner Wermutstropfen: Die Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers (SPD) war als Lüneburger Verkehrsdezernentin lange mit Lasteraufkommen beschäftigt. Sie sagt: „Es ist schwierig, den Lkw-Verkehr in den Griff zu bekommen, wenn man nicht einen Teil der Bundesstraßen mautpflichtig macht.“ Schröder-Ehlers kann sich noch gut an die Probleme in Melbeck auf der B 4 erinnern: „Nach dem Durchfahrverbot für Lkw hat die Polizei kontrolliert. Doch das war nicht einfach, weil Lkw mit Standort in 50 km Umkreis oder mit Ziel in unserer Region fahren durften.“ Die Politikerin bedauert: „Leider wurde die Mautpflicht auf Bundesstraßen damals nicht beschlossen, weil es einen Aufschrei des Transportgewerbes gab. Stattdessen gab es nur eine Beschilderung – und die blieb ziemlich wirkungslos.“ Dem entgegnet Heuer: „Ich hoffe auf einen Erfolg. Dafür muss gründlich kontrolliert werden. Ich setze darauf, dass die Bereitschaft zum Mehraufwand bei der Polizei gegeben ist.“

In Artlenburg und Brietlingen fragt man sich dagegen: „Wie sieht‘s dann bei uns aus? Haben wir dann die Lkw am Hals?“ Dazu Harald Haase, Pressesprecher im Kieler Verkehrsministerium: „Dass Maut-Flüchtlinge sich immer entlegenere Strecken suchen, glauben wir derzeit nicht, weil die Umwege zu erheblich und ,steinig‘ sind, um wirklich von Vorteil zu sein.“ Und Thomas Burmester, Fachbereichsleiter in Lauenburg, ergänzt: „Über den Elbe-Lübeck-Kanal gibt‘s kaum andere Brücken als unsere, die schwere Lkw tragen. Da bleiben fast nur die Autobahn und der ,Umweg‘ über Hamburg. In Niedersachsen ist es ähnlich. Die müssten schon bis Dömitz ausweichen – ob sich das lohnt?“ Erfolg und Auswirkungen des Durchfahrtsverbots für schwere Laster in Lauenburg werden sich in cirka sechs Wochen zeigen. Solange räumt sich das Verkehrsministerium Vorlaufzeit ein, um Schilder zu bestellen und die Maßnahme umzusetzen.










