Landkreis. „Ich freue mich, Ihnen fast ausschließlich positive Zahlen nennen zu können.“ – Mit diesen Worten stieg Polizei-Hauptkomissar Andreas Dobslaw am Dienstag ein, als er die Unfallstatistik 2009 für den Landkreis Lüneburg vorstellte. 3854 Mal hat es im vorigen Jahr im Landkreis gekracht. „Das sind gut 100 Unfälle mehr als noch 2008, aber damit liegen wir immer noch deutlich unter dem Landestrend“, so Dobslaw. Aber: Die Bilanz mit 680 Fällen, bei denen es zu Verletzten kam (davon 119 Schwerverletzte und acht Tote), bedeutet einen Rückgang: um 6,59% bei den Schwerverletzten und 4,04% bei den Toten. „Dieser Trend ist natürlich sehr positiv und auch hier stehen wir deutlich besser da als das Land Niedersachsen“, ist Polizeichef Hans-Jürgen Felgentreu zufrieden.
Besonders hebt Dobslaw hervor, dass es 2009 nur 197 Unfälle im Landkreis Lüneburg gab, bei denen junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren verletzt wurden: „Natürlich ist jeder Unfall einer zu viel. Aber wir haben hier einen Rückgang von knapp zehn Prozent – einen Wert wie noch nie.“ Außerdem führt der Verkehrsexperte die leicht steigenden Gesamtunfallzahlen auf die Wildunfälle zurück: „Nimmt man für die letzten Jahre diese Zahlen aus der Gesamtstatistik raus, sind die Zahlen der sonstigen Unfälle sogar gesunken.“ Die steigenden Zahlen der Wildunfälle wiederum führt er u. a. darauf zurück, „dass es derzeit einfach auch mehr Wild gibt“.
Größere Bauchschmerzen macht den Lüneburger Beamten die Zahl der Baumunfälle. „Das ist im Landkreis Lüneburg ein Problem“, räumt Polizei-Hauptkommissar Dobslaw ein. Während die Gesamtzahl im Bereich der Polizeiinspektion, die neben dem Landkreis Lüneburg auch für die Kreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg zuständig ist, weiter sinken (-4,89%), steigt sie im Kreis Lüneburg mit 73 Fällen gleich um mehr als 25 Prozent. Hier will man in diesem Jahr ansetzen, Gefahrenquellen ausmachen und die entsprechenden Strecken mit Planken, Plakatwänden etc. präparieren „oder, wenn es nicht anders geht, auch mal einen Baum fällen“, meint Andreas Dobslaw. Besser sieht da schon die Statistik der Fälle aus, in denen Alkohol oder Drogen bei den Fahrern im Spiel waren (398 Fälle, -17%). Gleiches gilt für Unfallfluchten, bei denen die Zahl zwar leicht gestiegen ist, „aber mit einem Mehr von knapp 50 Fällen, das sind plus 5,73 Prozent, liegen wir um die Hälfte unter dem Landestrend von plus 11,34 Prozent“, weiß Dobslaw.
Besonders stolz sind die Beamten auf die geringe Zahl der Motorradunfälle im Amt Neuhaus: „Die B 195 war mal ein Problem, im letzten Jahr hat es dort nur sieben Mal gekracht und nur einen Schwerverletzten gegeben. Das bedeutet, hier trägt unsere Arbeit Früchte“, sagt der Polizei-Hauptkommissar. Dennoch: Trotz weniger Motorradunfälle gab es dabei mehr Schwerverletzte im gesamten Landkreis. „Hier werden wir verstärkt in diesem Jahr arbeiten“, kündigt Drobslaw an. Außerdem wolle man sich weiterhin verstärkt die Radfahrer vornehmen, die 2009 wieder häufiger an Unfällen beteiligt waren – mit zwei Toten und 30 Schwerverletzten. „Viele Radler sind leider uneinsichtig und vergessen die Verkehrsregeln, wenn sie aufs Fahrrad steigen“, bedauert Hans-Jürgen Felgentreu.
Und: „Wir können sie nur erreichen, wenn es ihnen bei den Kontrollen ans Geld geht.“ Für 2010 sieht Felgentreu den harten Winter nicht als Grund für steigende Unfallzahlen in diesem Jahr. Viel mehr befürchtet er, „dass jetzt, wenn die Sonne rauskommt, die Auto- und Motorradfahrer Nachholbedarf haben und richtig Gas geben, wenn die Straßen frei sind“. Er appelliert an die Vernunft jedes Einzelnen – auch im Sinne der Unfallstatistik 2010.










