Lüneburg. Erst die schlechte Nachricht: Das Lüneburger Stadtfest fällt in zwei Jahren aus. Jetzt die gute: Dafür werden im Juni 2012 die Hansetage in Lüneburg gefeiert. Jürgen Landmann, Kulturreferent der Stadt Lüneburg, bestätigt das gegenüber der Lünepost: „Ja, 2012 findet in Lüneburg kein Stadtfest statt, dafür haben wir die Internationalen Hansetage vom 28. Juni bis 1. Juli bei uns – und das ist dann das Stadtfest auch für die Menschen aus unserer Region.“
Es werde ein anderes Programm geben als auf dem Stadtfest, sagt Landmann, Chef des Projektteams „Hansetage“. Aber: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir einige besonders originelle Bestandteile des Stadtfestes übernehmen.“ Dazu gehöre zum Beispiel das Lünepost-Karaoke-Finale. Allerdings sind die großen Bühnen auf dem Marktplatz und am Sande vergeben. Landmann: „Auf dem Markt und rundherum werden sich die Hansestädte mit Ständen präsentieren, ihnen bleibt auch die Bühne für Tanzvorführungen und Musik vorbehalten. Auf dem Sande steht die NDR-Bühne. Dort werden unter anderem die NDR-Bigband, das Schleswig-Holstein-Musik-Festival-Orchester und das Heeresmusikkorps auftreten.“ Überhaupt werde es auf den Bühnen der Innenstadt „kein Rock, Pop, Techno und Hip-Hip geben“, so Landmann, „sondern eher atmosphärische Musik, die zum visuellen Ambiente passt“. Für junge Leute soll es ein Programm auf der Bühne im Clamartpark geben. Lüneburg erwartet zu den Hansetagen 50.000 Gäste sowie Aussteller aus 130 europäischen Hansestädten.
In diesem Jahr ist das estländische Pärnu Gastgeber der Hansetage. Jürgen Landmann wird mit einer Lüneburger Delegation vom 23. bis 28. Juni nach Pärnu reisen und sich dort Anregungen holen. Auf das internationale Großereignis freuen sich viele in Lüneburg. Allerdings gibt es kritische Stimmen zum Ausfall des Stadtfestes. Heiko Meyer, Vorsitzender des Lüneburger City-Managements (LCM), sagt: „Ich bin stolz, dass die Hansetage in Lüneburg stattfinden. Das wird sicher ein touristisches Zugpferd. Aber warum sollen wir deshalb auf unser Lüneburger Stadtfest verzichten? Ich bin dafür, dass wir zusätzlich zu den Hansetagen, die doch eher ein internationales Flair haben, eine Feier für die Lüneburger veranstalten – ein Stadtfest in abgespeckter Form könnte ich mir vorstellen.“ Unterstützung bekommt Meyer von Benno Fabricius, dem Vorsitzenden des Lüneburger Schaustellerverbandes: „Ich finde es gut, dass die Lünepost dieses Thema aufgreift. Wir Schausteller bedauern, dass es 2012 kein Stadtfest geben soll, denn bei Hansetagen feiert ein anderes Publikum als beim Stadtfest. Auch wir wünschen uns zusätzlich zu den Hansetagen ein abgespecktes Stadtfest.“ Hat er einen Terminvorschlag? Fabricius: „Denkbar wäre Ende Juli – zwischen Hannoveraner Schützenfest und Hamburger Dom.“
Fabricius gibt einen weiteren Aspekt zu bedenken: „In meiner Brust schlagen zwei Herzen, weil ich auch im Aufsichtsrat der Lüneburg Marketing sitze. Die finanziert sich zum Teil aus Erlösen des Stadtfestes. Es wäre auch deshalb wichtig, dass wir 2012 ein Stadtfest in Lüneburg haben.“ Und wie sieht das ein Musiker, dem das Stadtfest eine der wenigen großen Auftrittsmöglichkeiten im Jahr bietet? Mirko Heil, Sänger von Neugierig: „Ich kann nicht nachvollziehen, dass das Stadtfest ausfällt. Ein Stadtfest 2012 in abgespeckter Form würde ich gut finden.“ Der Musiker merkt kritisch an: „Lüneburger Bands haben es derzeit eh schwer, fürs Stadtfest gebucht zu werden. Es soll alles hochkarätiger werden, und leider erscheinen den Veranstaltern wohl einige hiesige Bands nicht hochkarätig genug.“ Heil wundert sich: „Ich kann nicht begreifen, wie man übers Lüneburger Stadtfest jammern kann. Ich kenne wirklich alle umliegenden Stadtfeste – und das Lüneburger ist mit Abstand das beste!“










