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03. Sep. 2010
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Kein Leergut mehr: Dauer-Hitze sorgt für Engpässe bei Bier und Selters

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1-getraenkeLüneburg. „Trinken, trinken, trinken“ titelte die Lünepost am Wochenende – doch das könnte schon in Kürze gar nicht mehr so einfach sein. Denn in der Region melden die ersten Getränkehändler Lieferengpässe bei Bier und Selters.„Die Großhändler haben zu kämpfen“, berichtet Andreas Sander vom RSB-Getränkeservice in Lüneburg. Grund für die Lieferprobleme seien im Supersommer aber nicht versiegende Quellen, sondern fehlendes Leergut: „Es ist jedes Jahr das gleiche Problem“, berichtet der Getränkehändler aus der Goseburg, die Lieferanten betteln förmlich um unser Leergut.“

Betroffen seien hauptsächlich Mineralwasser und Limonade, aber auch einige Biermarken. So habe sich eine Brauerei mit einer Marketing-Aktion selber in die Bredouille gebracht: Erst sei richtig viel verkauft worden und jetzt könne die Brauerei wegen fehlender Flaschen nur eingeschränkt liefern.

Bei der Domkellerei in Bardowick ist das Bier-Problem noch nicht aufgetaucht, lediglich ein Mineralwasser-Produzent würde neue Ware nur im Tausch gegen Leergut liefern, berichtet Claudia Völsch. Unter Lieferproblemen zu leiden hatte auch Meike Bergmann von Edeka Bergmann‘s: „Wasser war hin und wieder nicht lieferbar. Das liegt aber nicht nur am Leergut sondern auch an der Kommission.“ Aber auch in den vier „Bergmann‘s“- Märkten seien die Lieferanten „heiß“ auf die Rückgabe des Leerguts. Die Hitze hat die Wassernachfrage im ganzen Land verdreifacht. Im Durchschnitt werden an den deutschen Mineralbrunnen 600.000 Flaschen am Tag abgefüllt, im Moment würden nach Auskunft des Verbands des Deutschen Getränke-Einzelhandels aber 1,8 Millionen Flaschen verlangt. Und: Fast jede zweite Mineralwasserflasche ist eine Mehrwegflasche. Wegen der Hochproduktion wird langsam das Leergut knapp, heißt es beim Verband deutscher Mineralbrunnen in Bonn, dem 210 Mineralwasserhersteller angehören. In Kellern, Gartenlauben  und in Wochenendhäusern werden vergessene Kästen gehortet – und viele Verbraucher haben sich bei den Aktionspreisen nach der Fußball-WM gleich mit einem Mehrfachen der normalen Ration eingedeckt.

Ein Reppenstedter, der anonym bleiben möchte, gehört zu denen, die das Leergut-Problem mit verursachen: „Bei mir stapeln sich im Keller leere Getränkekisten und Pfandflaschen“, gibt er zu. Aber warum gibt er sie dann nicht zurück, schließlich sind sie bares Geld wert? „Ich bin einfach zu faul“, gesteht der 25-Jährige, „wenn ich einkaufen gehe, habe ich keine Lust, all das Leergut mitzuschleppen – besonders nicht bei diesen Temperaturen.“ Dass sie auf dem Trockenen sitzen bleiben, müssen Verbraucher trotz zeitweiser Engpässe wohl nicht befürchten: „Sie müssen umsteigen, statt auf die beliebten PET- auf Glasflaschen zurückgreifen.

Davon steht jetzt wieder mehr im Regal“, beruhigt Getränkehändler Sander. Über den erhöhten Mineralwasserbedarf freut man sich bei der Lüner Quelle in der Lüneburger Goseburg.  Hier wird seit 2007 für Apollinaris die Marke ViO abgefüllt. Momentan verlassen deutlich mehr Flaschen als normal den Betrieb. „Unsere rund 100 Mitarbeiter am Standort arbeiten derzeit im 3-Schichten-Betrieb, fahren außerdem am Samstag Zusatzschichten“, berichtet Anja Schenk, Sprecherin beim Apollinaris-Mutterkonzern Coca Cola in Berlin. Und das Lüneburger Wasser wird weiter in die Märkte sprudeln – denn ViO wird nicht in den knapp gewordenen Mehrweg-, sondern nur in Einwegflaschen angeboten.

 
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