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Home Aktuelles Wurde Bardowick bei Fusionsplänen vergessen?

Wurde Bardowick bei Fusionsplänen vergessen?

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bardo1Bardowick. Die Ergebnisse von Gutachter Dr. Joachim Jens Hesse zu einer möglichen Landkreisfusion von Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg sorgen weiter für Diskussionen in den Kommunen. In der Lünepost erteilten betroffene Bürgermeister bereits dem Plan einer kreisfreien Großstadt Lüneburg eine deutliche Abfuhr, während Oberbürgermeister Ulrich Mädge für diese Lösung plädiert und zu Gesprächen aufruft (Lünepost berichtete). Und eine weitere Frage interessiert Bürger und einige Kommunalpolitiker: Welche Rolle spielt Bardowick eigentlich in diesen Plänen?

Es sei doch viel naheliegender, dass der Domflecken in eine Großstadt Lüneburg eingemeindet werde als die Ostheide, so die Meinung einiger Betroffener. Nach Hesses Vorschlag würde Bardowick nicht nur an die neue Großstadt Lüneburg, sondern auch an die möglichen Lüneburger Stadtteile Adendorf und Gellersen grenzen. „Will man etwa eine Grenze um Bardowick ziehen?“, fragen Anwohner.

Bardowicks Verwaltungschef Günter Dubber sieht zunächst in diesen Vorschlägen eine Bestätigung der guten Arbeit in seiner Samtgemeinde: „Wir sind allein handlungsfähig“, betont er. Denn: „Wir sind gut aufgestellt, brauchen uns mit unseren niedrigen Arbeitslosenzahlen, der sozialen Infrastruktur und der Wirtschaftskraft nicht zu verstecken.“ Das bedeute, man könne die anstehenden Gespräche entspannt angehen. „Wir sind zum Glück in der Rolle der Braut. Wir müssen uns niemanden suchen, wir werden aber schauen, wer sich anbietet“, erklärt der Bürgermeister. Die Abwehrhaltung seiner Amtskollegen gegen das Projekt „Großstadt“ könne er zwar verstehen: „Wenn man mir heute erzählen würde, Bardowick soll morgen zu Lüneburg eingemeindet werden, würde ich mich auch wehren.“ Er mahnt aber, dass „ein bloßes ‚Nein‘ nicht sein kann“. Man müsse über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinausblicken und die gesamte Region bewerten. Vor allem Gespräche mit den Gemeindebürgermeistern aus den Nachbarkreisen strebt Dubber an. Dabei dürften besonders Gespräche mit dem Kreis Harburg für Bardowick interessant sein. „Natürlich sind wir sehr in Richtung Hamburg orientiert“, weiß Dubber. Das sei aber schon bei den Mitgliedsgemeinden sehr unterschiedlich: „Natürlich zeigt sich das in Radbruch stärker als in Bardowick oder Vögelsen“, ergänzt er. Auch eine Diskussion zu einer Einheitsgemeinde Bardowick ist vorstellbar. „Das bietet nochmal ganz andere Möglichkeiten“, so der Bürgermeister. So könne z. B. Vögelsen als Dorf viel schneller von Lüneburg eingemeindet werden als wenn es Teil der Gemeinde Bardowick ist. „Das ist aber auch nur eine von vielen Möglichkeiten“, betont Dubber. Ihm sei klar, „dass wirtschaftlich starke Gemeinden bei Zusammenschlüssen immer die Schwächeren mitfinanzieren“. Man müsse dann schauen, ob man noch groß genug sei.

„In dem Zusammenhang sind Gespräche mit Harburg denkbar“, sagt der Verwaltungschef. Die Frage bleibt, ob sich an der bislang ablehnenden Haltung im Nachbarkreis durch dieses Gutachten etwas geändert hat. Dubber fordert aber auch Gespräche untereinander im Landkreis Lüneburg und mit Uelzen und Lüchow: „Es ist doch klar, dass wir am Ende bessere Karten als Kreis haben, wenn wir zeigen können, dass wir uns bewegt haben. Besser wir gestalten jetzt etwas, bevor wir gestaltet werden.“ „Außerdem“, stellt Günter Dubber klar, „sind das ja nur Vorschläge und in keiner Weise Entscheidungen.“ Er finde es gut, dass sich jemand zu diesem Thema Gedanken gemacht habe und die Kommunen zum Nachdenken auffordere.

Dennoch: „Dieses Gutachten kommt zu spät und zu einem äußerst unglücklichen Zeitpunkt“, beklagt Dubber. Schließlich sei im nächsten Jahr Kommunalwahl und einige der dann frisch gewählten Bürgermeister würden ihre Amtszeit nicht bis zum Ende durchziehen können. Dubber selbst wird zur Wahl im kommenden Jahr übrigens nicht mehr antreten.

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