Eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006 macht es notwendig: Ab 2013 soll der Führerschein immer nur 15 Jahre gültig sein, anschließend muss ein neuer beantragt werden. Alle bis 2013 ausgestellten unbefristeten Fahrlizenzen müssen spätestens bis 2033 umgetauscht werden. Die Lünepost erkundigte sich bei Polizei, Fahrlehrern und dem Landkreis, welche Vor- und Nachteile sie in der neue Regelung sehen. Der Grund für die Befristung ist die beschlossene Vereinheitlichung der Führerscheine in der ganzen EU – das wird das Ende von rund 110 verschiedenen nationalen Dokumenten sein. Positiver Nebeneffekt: die größere Sicherheit. „Die Dokumente werden stets auf dem neuesten Stand
der Sicherheitstechnik sein, zusätzlich wird ein immer relativ aktuelles Passbild dafür sorgen, dass die Erkennbarkeit des Inhabers des Führerscheins verbessert wird“, ließ ein Sprecher der Bundesregierung verlauten.
Dazu meint der Sprecher der Lüneburger Polizei, Kai Richter: „Wesentliche Sicherheitsverbesserungen wird das für uns nicht bringen, wir haben ja auch ohne vorhandenes Führerscheindokument die Möglichkeit zu überprüfen, ob der Fahrer im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist.“ Einen kleinen Vorteil sieht er jedoch in der Vereinheitlichung der Lizenzen in der ganzen EU: „Das macht es natürlich bei Kontrollen ausländischer Bürger etwas einfacher.“
Der Aspekt, dass die Dokumente dann immer auf dem neuesten Stand der Sicherheitstechnik seien, überzeugt den Polizisten nicht wirklich: „Dafür gibt es ja andere Ausweisdokumente“, ist sein Einwand. Aber er möchte jetzt erst einmal abwarten, wie die neue Regelung im Einzelnen umgesetzt wird, ob sich dadurch vielleicht noch praktische Verbesserungen ergeben. Den Geschäftsführer der Scharnebecker Fahrschule XXL, Bernd Rauh, interessiert zuallererst: „Ist das denn auch mit einem Gesundheits- und Sehtest verbunden?“ Von der EU wurde das angeregt, in Deutschland wird es jedoch nicht umgesetzt, auch einen erneuten Fahr- oder Theorie-Test wird es nicht geben.
„Einen Gesundheits- und Sehtest hätte ich befürwortet, das würde in Sachen Sicherheit etwas bringen. Im Lkw-Bereich müssen die Fahrer den Test sogar alle fünf Jahre machen, das ist sinnvoll“, so der erfahrene Lehrer. Beim Landkreis, der bislang die Führerscheine ausgibt, sieht man der neuen Entwicklung gelassen entgegen: „Uns erschreckt diese Möglichkeit nicht“, sagt Sprecher Harald Fichtner, „wir kennen das ja schon von den Lizenzen für Lkw-Fahrer.“ Da beim Landkreis aber noch nichts Offizielles angekommen sei, warte man auch dort erst einmal ab. Was die neue Regelung für den „Durchnittsfahrer“ bringt, außer wahrscheinlich zusätzlicher Gebühren, ist noch nicht erkennbar. Fakt ist, dass das Ende der grauen und rosa Lappen besiegelt ist – und damit auch ein Quell der Heiterkeit beim Blick auf die Passbilder aus der Jugend …










