Lüneburg. Kaum jemand nörgelt und präsentiert Langeweile so erfolgreich wie Comedy-Star Johann König. Bereits bei seinem letzten Besuch in Lüneburg riss er die Besucher mit, jetzt kommt er am Mittwoch, 3. Februar, mit seinem neuen Programm „Total Bock auf Remmi Demmi“ wieder ins Vamos auf den Uni-Campus. Vor seinem Auftritt in der Hansestadt sprach der selbst ernannte „Evententertainer im Premiumbereich“ mit der Lünepost über sein Programm, seine Ideen und neue Projekte:
Lünepost: Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast. Habe gehört, es ist gerade stressig? Johann König: Genau, wir haben gerade zwei Tage TV-Aufzeichnung hinter uns. Denn in diesem Jahr kommt auch noch eine DVD zum aktuellen Programm raus. Jetzt habe ich aber erst einmal ein paar freie Tage, das ist ganz gut. Seid ihr denn gut durch den Winter gekommen oder musstet ihr Termine absagen, weil Ihr bei dem Wetter stecken geblieben seid? Nein, das nicht. Aber wir waren in der Schweiz, in Arosa bei einem Zeltfestival. Auf dem Rückweg ist dann der Bus stecken geblieben, weil wir keine Schneeketten hatten. Wir haben dann welche gekauft – und es ist getaut. So ist es eben manchmal. (lacht)
2007 warst Du bei uns und bist „eskaliert“. Am Mittwoch kommst Du wieder und hast „Total Bock auf Remmi Demmi“. Du scheinst ja permanent unter Strom zu stehen … Es geht für mich immer darum, etwas zu machen, wo die Leute denken: „Wie passt das denn zu Johann König?“ Der Titel steht auch immer schon relativ früh fest. Und ich muss dann sehen, wie ich ihn fülle. (lacht) Aber neben ruhigen Passagen springe ich auch wieder über die Bühne und tanze. Ich brauche die Bühne einfach als Ventil. Wann machst Du überhaupt mal Pause? Dein Tourplan ist wieder wahnsinnig lang … Im Sommer habe ich drei Wochen Ferien. Ansonsten sitze ich ja auch viel im Tourbus oder lege mich im Hotel in die Badewanne oder gehe in die Sauna. Dabei kommen mir auch immer die besten Ideen. Ich nehme sogar in die Sauna einen Stift mit, weil mir ja etwas einfallen könnte. Meine Programme entstehen quasi aus Langeweile. (lacht) Worum geht es denn in Deinem neuen Programm?
Um gepflegte Abendunterhaltung. (lacht) Es gibt aber dieses Mal ein paar Neuheiten: Ich habe ein neues Keyboard-Lied mitgebracht, es gibt Konfetti-Kanonen und da ich ja junger Vater bin, komme ich nicht drum rum, ein paar entsprechende, ruhige Passagen einzubauen. Ist Dein Kind auch eine zusätzliche Inspiration? Naja, bisher war ich ja immer aus Langeweile kreativ. Jetzt habe ich aber keine Langeweile mehr. Dafür habe ich festgestellt, dass ich jetzt einfach nur zuschauen muss – und das ist noch einfacher. (lacht) Denn es passiert so viel Witziges mit dem Kind und den Katzen … Merkst Du am Publikum, dass Du in Lüneburg auf einem Uni-Campus spielst? Bei manchen Nummern auf jeden Fall. Wenn ich nicht in Uni-Städten spiele, ist das Publikum manchmal beleidigt, wenn ich Nummern über bildungsferne Schichten bringe. (lacht) Dafür haben die mehr Spaß bei den dreckigen Witzen. Im Grunde geht es immer bei 0:0 los und ist total spannend, wie das Publikum reagiert. Im Februar kommt ja auch Dein neues Buch „Der Königsweg – Triumph der Langeweile“ raus. Erzähl‘ uns was zu dem Werk. Im Prinzip geht es um meine Arbeitsweise: Langeweile ist oft negativ belegt, dabei steckt viel Potential im Nichtstun. All die Apparate wie Fernseher, Handy oder Computer laufen doch auf Kosten der Kreativität. Ich versuche zwischendurch immer, einfach nur zu sitzen oder zu liegen. Es geht zum Beispiel auch um Fantasien, die ich habe, wenn ich einfach mal eine Stunde aus dem Fenster schau. Entschleunigung ist das Zauberwort …
Dann hast Du ja viel auf dem Zettel in der nächsten Zeit. Bleibt da noch Zeit für neue Projekte? Stimmt, ich bin viel mit meinem Programm unterwegs, dann kommt die DVD raus und die Lesungen zu dem neuen Buch muss ich auch noch vorbereiten. Aber ich möchte in diesem Jahr auf jeden Fall noch einen Kurzfilm machen. Das möchte ich unbedingt ausprobieren. Ein Drehbuch habe ich schon geschrieben. Gibt es schon konkrete Pläne oder stecken die Ideen noch in den Kinderschuhen? So dazwischen. (lacht) Es soll jedenfalls lustig und dramatisch werden. Mehr kann ich eigentlich noch nicht dazu sagen. Tut mir leid. Okay. Erstmal ist ja auch Deine Tour aktuell. Wir freuen uns auf Deinen Auftritt in Lüneburg. Ja, ich bin auch schon ganz gespannt. Bis dann und vielen Danke für das nette Gespräch.








