Lüneburg. Der trottelig-beschränkte, von seinen devoten Vasallen umgebene „König Peter“ (Christoph Pabst) will seinen aufs Äußerste gelangweilten und lebensunfrohen Sohn „Prinz Leonce“ (Laurenz Eichhorn) gegen dessen Willen mit „Prinzessin Lena“ (Leonie Chantelau) vermählen und ihm „das Reich“ überlassen. Aber das funktioniert nicht: Der Königssohn verkrümelt sich und geht mit Tausendsassa „Valerio“ (Niklas Bähnk) auf Wanderschaft; das vom Vater auserwählte romantisch-verspielte Mädchen will sich ebenso wenig eine Ehe aufzwingen lassen und verschwindet in Begleitung seiner
„Gouvernante“ (Inga Kruk) über alle Berge ... Mit dem vor exakt 175 Jahren, zur Zeit der französischen Revolution, entstandenen einzigen Lustspiel – „Leonce und Lena“ – nahm Georg Büchner die politischen und gesellschaftlichen Zwänge aufs Korn. Dabei bediente sich der zwischen Romantik und Realismus einzuordnende Dramatiker einer damals revolutionären Darstellungstechnik: Er fügte in den Handlungsablauf skurrile Dialoge, lustige Wortspiele, zusammenhanglose Bilder, spickte ihn mit Satire, Romantik und trifft so dadurch bis zum heutigen Tage ganz offensichtlich exakt den Geschmack des Publikums – jedenfalls so, wie das Stück jetzt nach der Idee und unter Regie von Christian Baumgarten vom Theater im E.novum gezeigt wird. Besondere Erwähnung verdienen neben der für die Bewegungsabläufe verantwortlichen Sonia Sanchez, der Kostümbildnerin Kirstin Rechten und Techniker Matthias Riske auch Ann-Sophie Alpers, Silja Dröge, Malin Freytag, Insa Nagel und Annika Sievers vom „Chor“.
Die alle Altersgruppen umfassenden, dicht an dicht sitzenden Premieren-Gäste bedankten sich für dieses ungewöhnlichen Kultur-Event, das ihnen das Jugendensemble VI insgesamt so professionell präsentiert hatte, am Ende zu Recht lautstark und begeistert. Trotzdem ein klitzekleiner Tipp: Alle Akteure sollten ihre Dialoge ein wenig langsamer und lauter sowie die Wortendsilben akzentuierter vortragen, damit sie bis in die letzte Reihe klar zu verstehen sind ...









