Lüneburg. Wieder einmal beweist das Lüneburger Theater im e.novum seine sichere Spürnase bei der Talentsuche und hervorragende Kompetenz als Nachwuchsschmiede für die Bühnen-Kultur! Am Samstag fand im ausgebuchten Haus die Premiere von Tom Lanoyes „Mamma Medea“ statt – dargeboten von 18- und 19-jährigen Mitgliedern des Jugendensembles IV unter der Gesamtleitung von Margit Weihe, nach deren Idee und Konzept diese beeindruckende Inszenierung entstanden ist. Ein mitreißendes, tief ernstes Drama um tyrannische Machthaber, heiße Liebe, heftige Gefühlsschwankungen, Betrug, Verzweiflung, Rache und Mord – präsentiert vor dem Hintergrund der griechischen Mythologie: Königstochter „Medea“ (Marlene Buchner) verliebt sich in den Argonauten-Anführer und Kapitän „Jason“ (Hannes Krause), hilft ihm mit Zauberkraft sowie durch Brudermord, ihrem Vater das heiß begehrte Goldene Vlies zu stehlen, wirft alle guten Sitten über Bord, flieht mit ihm um die halbe Welt
und gründet mit ihm eine Familie. Zehn Jahre später ist die Idylle zerbrochen; „Jason“ hat sich von „Medea“ ab- und der korinthischen Königstochter „Kreusa“ (Carlotta Weibl) zugewandt, um eines Tages deren Vaters Krone zu erben.
Die Geschichte endet in unermesslicher allgemeiner Verbitterung mit mehrfachem Mord einschließlich der gemeinsamen Tötung ihrer beiden kleinen Kinder (Lotta Horns, Constantin Bähnk). Wer einen amüsanten Abend erleben möchte, ist bei „Mama Medea“ fehl am Platz, denn Grund zum Lachen gibt es eigentlich nicht.









