Lüneburg. Das ist ein stolzes Jubiläum: Der Bund der Ehemaligen an der Lüneburger Wilhelm-Raabe-Schule feiert 2011 sein 85-jähriges Bestehen. Aus diesem festlichen Anlass geht es an diesem Samstag auf Tagesfahrt in die Hansestädte Werben, Stendal und Salzwedel. „Die Fahrt steht unter dem Motto ,Band der Hanse‘. Die Hanse war im Mittelalter ein starkes Bündnis und hat in der Gegenwart wieder große Bedeutung, wie die Hansetage zeigen, die 2008 in Salzwedel stattfanden und 2012 in Lüneburg ausgerichtet werden“, erklärt Dr. Luise Reinhardt-Drischler, die schon seit 1983 Vorsitzende des Bundes der Ehemaligen ist. Ihr ist wichtig: „Wir sind kein Verein, der ständig nur von gestern erzählt. Bei uns sind alle Altersstufen dabei – von 27 bis 87 Jahre. Wir fahren bewusst in die ostdeutschen Hansestädte, weil wir vor Ort helfen müssen!“ So sei auch schon der Lüneburger „Altstadt-Retter“ Curt Pomp in der kleinen Hansestadt Werben aktiv, um dort historische Bausubstanz zu bewahren. Die Fahrten des Bundes gibt es seit 25 Jahren (noch ein Jubiläum). „Bei unseren Touren geht es um geographische, historische, politische und literarische Aspekte“, sagt Dr. Luise Reinhardt-Drischler, „gerade durch die Fahrten ist es gelungen, den Zusammenhalt unserer Vereinigung zu stärken.“ Gegründet wurde diese Vereinigung im Jahr 1926. Am 10. November traf man sich im Café Rauno.
Dort wählten 24 Schülerinnen (Jungs gab es erst ab 1971 an der Wilhelm-Raabe-Schule) Marie Ubbelohde zu ersten Vorsitzenden.Damals schrieb man sich auf die Fahne, den Kontakt zwischen ehemaligen Schülerinnen und Lehrkräften zu pflegen sowie die Schule finanziell zu unterstützen. So ist es bis heute geblieben. Sieben Veranstaltungen gibt es jedes Jahr, von der Tagestour und der Grünkohlfahrt bis zur Jahreshauptversammlung und dem Weihnachtstreffen. Die Resonanz unter den Mitgliedern ist ausgezeichnet. „Der Bus nach Salzwedel ist ausgebucht, wir hatten noch eine Warteliste“, freut sich die Vorsitzende. Die Ehemaligen kommen aus ganz Deutschland zu den Treffen, sogar aus England. Ein ganz treues Mitglied ist Irmtraud Fuhrhop (geborene Brünjes) aus Melbeck.
„Sie ist 87 Jahre alt und regelmäßig bei unseren Treffen dabei“, sagt Dr. Luise Reinhardt-Drischler. Die Vorsitzende ist auch eine ganz treue Seele der Wilhelm-Raabe-Schule. Die Lüneburgerin war von 1948 bis 1957 Schülerin, später von 1972 bis 1982 Wirtschaftslehre- und Erdkundelehrerin im Gymnasium an der Feldstraße, bevor sie 1983 den Ehemaligen-Vorsitz übernahm. Aktuell hat die Vereinigung 900 Mitglieder. Die zahlen im Jahr mindestens 10 Euro Beitrag, gerne mehr. Von dem Geld wird die Wilhelm-Raabe-Schule unterstützt (seit 1986 über 110.000 Euro), und die Veranstaltungen der Ehemaligen werden finanziert. Außerdem gibt der Bund der Ehemaligen einmal im Jahr ein Mitteilungsheft heraus und informiert zeitgemäß auf seiner Internetseite www.bund-der-ehemaligen-wrs.de Im Vorstand sitzen derzeit neben der Vorsitzenden der Kassenführer Jens Lübbert sowie im Beirat Lisel Bergmann, Waltraud Karl, Renate Köpke, Roswitha Mahlmann, Ilse Meyer-Tölle und Ingeborg Vogt. Sie alle wollen mit dem Bund der Ehemaligen „die Generationen zusammenführen und zusammenhalten“, wie Dr. Luise Reinhardt-Drischler sagt, „das war vor 85 Jahren die Zielsetzung – und das soll sie auch in Zukunft bleiben“.









