Lüneburg. Er ist mit seiner Familie von der Stadt aufs Land gezogen, der Arzt „Richard“ (Raimund Becker-Wurzwallner). Der beiden Kinder wegen, glaubt Ehefrau „Corinne“ (Agnes Müller) zunächst.Eines Abends trägt er kurze Zeit nach dem Umzug eine bewusstlose junge Frau ins Haus, die er nach eigener Auskunft unterwegs neben der Straße gefunden, aus beruflichem Pflichtbewusstsein in sein Auto gehoben und mitgenommen hat. Als „Corinne“ unter dem Beifahrersitz ihres Mannes die Tasche der ihm angeblich Unbekannten mit Beweisen für deren Drogenabhängigkeit entdeckt, wird sie angesichts seiner ihr bekannten Kontakte zu Süchtigen misstrauisch und fängt an, verbal bei ihm nachzuhaken.
„Richard“ berichtet, erklärt – seine Frau hinterfragt, zweifelt, und das Publikum hat zunächst seinen großen Spaß, amüsiert sich über die Haarspaltereien und die sich allmählich zu einem Frage-Antwort-Spiel entwickelnden Wortklaubereien.Doch als sich „Corinnes“ Verdacht allmählich erhärtet, die Wahrheit peu à peu zum Vorschein kommt, nach dem persönlichen Erscheinen der aus dem Koma erwachten „Rebecca“ (Birgit Becker) und ihrem selbstbewussten Auftreten als Geliebte von „Richard“ der Spaß vorbei und das Beziehungsdrama offensichtlich ist, gibt es im Zuschauerraum keinen Grund mehr zum Lachen …Nun bieten die ihre charaktervollen Rollen mit größter Überzeugung verkörpernden Darsteller den gebannt lauschenden Zuschauern eine beeindruckende Sprachgewalt und Wortbrillanz in Form von philosophienahen Monologen und Dialogen.Mit diesem von Rüdiger W. Kunze inszenierten Drei-Personen-Stück „Auf dem Land“ (Autor: Martin Crimp, Deutsch: Frank Heibert) präsentiert das „Theater zur weiten Welt“ auf der Lüneburger Studio-Bühne nichts zum Abschalten und Vor-sich-hindösen, sondern anspruchsvollste Bregen-Kost für Deutsch- und Dramen-Liebhaber!









