Zu: Formationsflug über Lüneburg
„Flieger kamen nicht aus Lüneburg“
Besondere Anlässe rufen nach besonderen Maßnahmen: Dass ein sehr angesehener und liebgewonnener Vereinskamerad heiratet, kommt nicht alle Tage vor. Und weil sich das Brautpaar vor Jahren durch die Sportfliegerei kennen gelernt hat, hatten wir, die Flieger vom Flugsportverein Cumulus Uelzen, uns entschlossen, der Eheschließung durch einen Formationsüberflug das passende Geleit zu geben. Die Trauung fand am vergangenen Samstag auf dem alten Wasserturm in Lüneburg statt, und wir waren in ordentlicher Formation mit sieben Flugzeugen etwas vor der passenden Zeit über Lüneburg, um dem Brautpaar so unsere Ehrerbietung zu erweisen. Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten, ist, dass die Fliegerkameraden vom LVL aus Lüneburg mit uns schimpfen würden und dass es offenbar einige Anwohner gab, die sich durch diese Aktion in ihrer Ruhe gestört fühlten. Verständlich wird dies eigentlich erst, wenn man die mittlerweile stark polarisierte Diskussion um den Flugplatzstandort Lüneburg kennt. Denn, dass wir mit den Flugzeugen in mehr als 300 m über den Leuten so viel mehr Lärm gemacht hätten als ein mit scheppernden Blechdosen und laut hupend durch die Straßen fahrender Autocorso, wie er sonst bei Hochzeitsgesellschaften üblich ist, will nicht recht einleuchten. Zur Klarstellung also: Die Flugzeuge der Formation stammten nicht aus Lüneburg, sondern aus Uelzen. Die Lüneburger Fliegerkameraden wussten nichts von unserem Vorhaben, sonst hätten sie uns die Sache womöglich auch auszureden versucht. Daran, dass wir bei Besuchen am Lüneburger Flugplatz häufig gebeten werden, beim Start sogar Rückenwind in Kauf zu nehmen, um nach Osten hin zu abzufliegen und auch ja keine Wohngebiete zu überqueren, haben wir uns schon gewöhnt. Nebenbei sei bemerkt, dass wir alle luftrechtlichen Vorschriften eingehalten haben und dass nur entsprechend erfahrene Piloten beteiligt waren. Bei der Hochzeitsgesellschaft jedenfalls ist unsere Ehrenformation vor dem malerisch kontrastreichen Himmel durchweg mit Begeisterung und Freude aufgenommen worden. Für die Fotografen hätten wir niedriger fliegen sollen – aber da gehen natürlich Sicherheit und Vorschriften vor. Als Flieger vom FSV Cumulus Uelzen stehen wir zu der Aktion und übernehmen die ganze Verantwortung. In die Diskussion um den Lüneburger Flugplatz wollen wir uns nicht einmischen, wünschen aber den Kameraden vom LVL einen guten Verlauf für die Sportfliegerei, der ja auch wir verbunden sind. Wir bitten all diejenigen um Nachsicht und Verständnis, die sich durch das Gebrumme am Himmel gestört gefühlt haben mögen, und bedanken uns bei allen, die vielleicht auch geklatscht haben oder diese Geste dem heiratenden Kameraden gegenüber jedenfalls in Ordnung finden.
Roland Mohr
2. Vorsitzender vom FSV Cumulus, Uelzen
Zu: Geplante Elbbrücke in Darchau
„Nach 20 Jahren reicht es jetzt!“
Liebe Planer, Gutachter, Entscheidungsträger, bitte verschwenden Sie nicht mehr Ihre Zeit für die Elbbrücke in Darchau. Selbst wenn Sie alle Bedenken in Ihren Plänen und Gutachten berücksichtigt haben, glauben Sie mir, es werden immer neue Hindernisse auftreten. Wir können Steuergelder sparen, Brückengegner brauchen keine Klageschriften mehr zu fertigen, Gerichte keine Prozesse mehr zu führen. Bürger, die das Amt Neuhaus verlassen haben, brauchen auch keine Brücke mehr. Ich schlage vor, Wachtelkönig, Rotbauchunke und Kammmolch Schilder mit ihren Vornamen um den Hals zu hängen, damit wir alle diese Tiere kennenlernen können. Vielleicht wäre es möglich, den ein oder anderen Sportboothafen und Zeltplatz zu schließen, um den Lebensraum dieser Tiere zu erweitern. Für den Tourismus im Amt Neuhaus könnte es sinnvoll sein, einen Zoo einzurichten, damit noch mehr Besucher diese Lebewesen kennenlernen können. Eines würde ich mir noch wünschen: Die Einwohner des Amtes Neuhaus nicht länger zu verarschen! Liebe politisch Verantwortliche: Teilen Sie bitte den Brückenbefürwortern mit, dass es doch nichts wird mit dem Brückenbau. Denn nach 20 Jahren reicht es jetzt!
Name der Redaktion bekannt
Zu: Bootstouren auf der Ilmenau
„Viele Ausflügler sind leichtsinnig“
Leider muss ich in letzter Zeit immer wieder feststellen, wie unbedacht und leichtsinnig manche Ausflügler agieren. Oft helfen wir in Seenot geratenen Kanuten – leider bleiben auch tragische Ereignisse nicht aus. Vor einigen Wochen kam beim Kentern eines Kanus auch ein Hund ums Leben, der wahrscheinlich vom kippenden Kanu erschlagen wurde. Zwei Erwachsene und die Tochter kamen mit dem Schrecken davon – wenn man von der Trauer um den Vierbeiner absieht … Am letzten Samstag allerdings hat es mir die Sprache verschlagen, als mehrere Kinder hektisch über unser und die angrenzenden Grundstücke liefen. Eine Gruppe von sieben Jungs (12 bis 15 Jahre) waren mit mehreren Booten gekentert. 15 Grad Wassertemperatur, Wind und Regen, ohne erwachsene Begleitung und vor allem ohne Schwimmwesten! Klitschnass, frierend und hilflos versuchten drei von ihnen, ein komplett unter Wasser befindliches Kanu in 150 Metern Entfernung zu bergen – die anderen hatten sich bereits an Land gerettet. Abgesehen davon, dass das gemietete Kanu über nicht genügend Auftriebskörper verfügte, niemand eine Weste trug und das Ganze bei sehr schlechtem Wetter stattfand, überraschte mich besonders die telefonische Aussage des organisierenden Vaters: „Zurück in die Boote und ab nach Lüneburg“, lautete der Befehl. Dies hätte bedeutet, eine Stunde mit nassen Klamotten bei ca. 14 Grad auf dem Wasser unterwegs. Zum Glück eilte ein netter und verständnisvoller Vater zur Hilfe, der die Reise hier abbrach – lange bevor auch der organisierende Vater erschien. Auch der freundliche Bootsverleiher nahm einen Umweg in Kauf und sah kein Problem, die Boote unplanmäßig abzuholen. Mein Rat wäre: Schwimmwesten – wenigstens für Kinder –, unsinkbare Boote und mindestens ein Erwachsener als Begleiter. Gerade bei oder nach Starkregen ist die Unfallgefahr aufgrund höherer Strömung und auch tiefer liegender Zweige besonders hoch. Es gibt viele Hindernisse, die gerade für Anfänger sehr gefährlich sind.
Kai Klug
Deutsch Evern





