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03. Sep. 2010
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„Der Beste war Olaidotter“

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williwillsiwissenErbstorf. Fast jeder, der sich für den Amateurfußball in der Region Lüneburg interessiert, kennt ihre Gesichter. Männer – und einige Frauen –, die seit Jahrzehnten auf den Rängen der hiesigen Fußballplätze stehen oder sitzen und die Duelle der Heimatklubs verfolgen.  Die Rede ist von einer besonderen Gruppe, die nicht nur ihrem Lieblingsverein zuschaut, sondern über den Rand der Vereinsbrille auch fast jedes Wochenende Spiele anderer Mannschaften besucht. Diese Spezies, die den Amateurfußball liebt, stellt die Lünepost ab heute in loser Reihenfolge vor.

Den Anpfiff der Lünepost-Serie „Unsere größten Fußballfans“ macht heute mit Willi Kümmel einer, der von sich selbst sagt: „Seit jeher nimmt der Fußball 90 Prozent meines Lebens ein.“ Der großgewachsene Kümmel, der seit Jahrzehnten auf sämtlichen Fußballplätzen zu Hause ist, feierte seine beste Zeit als Fußballer im Raum Lüchow-Dannenberg, bevor er am Ende seiner Laufbahn für den TSV Adendorf in der Bezirksklasse die Buffer schnürte: „In den Endspielen um die Bezirksmeisterschaft verloren wir damals mit Dangenstorf nur knapp mit 0:1 gegen den LSK, danach 0:1 gegen FSL – später LSV – mit Uwe und Willi Lazska.“

Das Besondere: Der kantige Kümmel, in der Jugend Auswahlspieler, traf in einer Halbserie als Mittelstürmer 19-mal ins gegnerische Tor, hütete aber danach nur noch das eigene Gehäuse, „weil unser Torwart einmal fehlte“. Packende Partien gab‘s auch gegen den Vastorfer SK mit Albert Sieben und gegen Joachim Franke (VSK, TuS Neetze, Thomasburger SV). Kümmel lernte bei der Edeka, wo er 31 Jahre u. a. als Betriebsratsvorsitzender tätig war, auch Roland Ulbrich, den LSK-Bomber, als guten Kumpel kennen: „Roland war ein richtig Guter in der goldenen Zeit Ende der 70er, Anfang der 80er.“ Über den LSK-Dribbelkünstler „Hacki“ Steegmann weiß Kümmel noch: „Der Linksfuß kam vom unterklassigen SV Elbufer und drehte als Joker mit drei Toren ein 0:3 gegen Holstein Kiel zu einem 4:3-Sieg für den LSK.“

Auf die Frage nach dem besten Fußballer schießt es wie aus der Kümmel-Kanone: „Detlev Olaidotter, eine Augenweide war dieser LSK-Stürmer!“  Neben Ralf Sievers, Martin Stäcker und Karsten „Schnecke“ Wagner vom LSK nennt der Stammgast auf allen Fußballplätzen auch einige Kicker von den Dörfern: „Mittelstürmer Mieske vom Thomasburger SV, Eilmann vom TuS Hohnstorf, „Ralle“ Gerhus vom TuS Erbstorf, Mittelstürmer „Pipi“ Frey vom TuS Neetze, Torjäger Bostjancic vom Vastorfer SK, um nur einige zu nennen.“ Auch an die eigene Altherren-Fußballer-Zeit erinnert sich der heute 70-Jährige, der sich selbst als „früher ganz schön explosiv“ einschätzt, gern zurück: „Das waren richtige Schlachten, vor allem in Hohnstorf am Elbdeich, wo 300 Zuschauer keine Seltenheit waren.“ Der Dauergast am Spielfeld­rand, der sich auch als Jugendtrainer beim TuS Erbstorf engagierte, zieht auch einen Vergleich zum aktuellen Fußball: „Heute ist es schneller, aber spielerisch schwächer. Und Eck- und Freistöße wurden früher auch besser getreten.“ Allen voran nennt er da Günther Pape: „Ein Klassefußballer – der hat doch jeden dritten Freistoß reingehämmert! Auch als Trainer beim TuS Erbstorf war Günther klasse.“ Und wie sieht die nahe Zukunft des Fußballs im Landkreis aus? Für den Kenner der letzten 50 Jahre ist das „eine Frage des Geldes. Häufig sind Spieler noch überbezahlt. Und beim FC Hansa muss endlich ordentlich mit Geld umgegangen werden. Ich wünsche mir wieder einen Top-Klub wie früher den LSK, das wär‘ super!“.

 
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