Lüneburg. Im August 2009 brach das heute 17-jährige Volleyballtalent des Zweitligisten SVG Lüneburg, Lasse Schneider, seine Zelte in Lüneburg ab, um in den USA in Montana „in erster Linie sprachlich voranzukommen“. Seit drei Wochen ist der Sportler, dessen Haarfarbe unweigerlich an Boris Becker erinnert, zurück in Lüneburg. In der Zwischenzeit spielte sein Bruder Per Ole Schneider für die SVG erfolgreich auf der Liberoposition – so wie Lasse in der Aufstiegssaison zuvor. Doch zum Duell der Brüder um den Libero-Posten wird es nicht kommen, das stellt der USA-Heimkehrer unmissverständlich klar:
„Ein Konkurrenzkampf mit meinem Bruder um die Position des Liberos in der Mannschaft ist für mich absolut tabu.“ Dem athletischen 17-Jährigen schwebt etwas Neues vor: „Ich will mich auf der Position des Zuspielers entwickeln. Da ist es mir auch recht, wenn das in unserer zweiten Mannschaft passiert, die zwei Klassen tiefer in der Oberliga spielt.“
Der Gymnasiast der Wilhelm-Raabe-Schule schließt aber nicht aus, „auch in der ersten Mannschaft in der 2. Bundesliga auf der Platte zu stehen – aber halt nicht als Libero-Konkurrent meines Bruders“. Der Volleyballer hat darüber hinaus ambitionierte Ziele: „Am 31. Juli stehen die Niedersachsenmeisterschaften und am 22. August die Deutschen Meisterschaften im Beachvolleyball an. Da möchte ich gerne was reißen. Aber dafür muss es unbedingt gelingen, sich in einen Rausch zu spielen.“ So wie 2008, als Lasse Schneider mit Leon Spiering deutscher Junioren-Meister im Beachvolleyball wurde.
Gewonnen hat das Volleyballtalent in Montana vor allem extreme Eindrücke: „Schneefall von Oktober bis Mai, alpines Skifahren, aber leider auch ein meist ungenießbares Essen.“ Besonders einschneidend für den Lüneburger: „Auf der Straße durfte man sich nicht küssen – aber das habe ich trotzdem mit meiner Freundin gemacht“, grinst der kernige Sportler. „Es war krass konservativ da, die Eltern steuern ganz streng, mit wem ihre Kinder Kontakt haben sollen.“ Schneider, der sich sogar im Football-Highschool-Team einen Stammplatz erkämpfte, geht seinen Weg selbstbestimmt, ohne seinen Traum zu vergessen: „Als Kind hab ich von der 1. Bundesliga geträumt.“ In der 2. Liga wäre es wie gesagt ein Alptraum für ihn, mit seinem Bruder Per Ole um die Libero-Position kämpfen zu müssen.










