Lüneburg/Iowa. Mit der Video-Aufzeichnung eines Punktspiels der A-Junioren des FC Hansa Lüneburg im Herbst 2009 fing alles an. Es folgte ein Empfehlungsschreiben seines damaligen Jugend-Trainers. Nach einem Scouting-Camp in Köln durfte der 18-jährige Mittelfeldrenner Mostafa Akbarzada dann erstmals jubeln: „Das war ein toller Augenblick, als ich die Zusage für ein Sportstipendium in den USA in Des Moines im Bundesstaat Iowa erhielt“, erzählt „Akbar“. Dem kleinen amerikanischen Sport-Traum folgte Anfang Dezember die fußballerische Krönung: „Ich hatte die erste Hürde in unserem College-Soccer-Team genommen, war auf Anhieb Stammspieler. Dass wir nun auch im nationalen Tournament den
Titel der Midwest-Meisterschaft geholt haben, war das absolute Highlight!“ In 24 Spielen legte die College-Auswahl des Ex-Hansa-Talents sensationelle 22 Siege hin, „und ich habe fünf Tore geschossen und sechs Torvorlagen geliefert“. Große Gefühle im großen Land:
„Vor den Spielen ertönt die amerikanische Hymne“, schwärmt der gebürtige Afghane. Das Niveau schätzt der weltoffene Kicker „so zwischen Oberliga und Landesliga bei uns“ ein. Zu seiner Überraschung stellte der Außenbahnspieler fest: „Der Fußball in Amerika ist taktischer geprägt als in Deutschland. Da hat man wirklich jeden Tag Training, entweder eine Erholungseinheit nach dem Spiel oder ein hartes Training für die Spieler, die nicht zum Einsatz kamen.“ In der Vorbereitungszeit genoss das Laufwunder sogar dreimal am Tag Training. Der Aufwand der Stipendiaten-Fußballer hatte es in sich: Durchschnittlich nahmen die Auswärtsreisen ungefähr vier Stunden in Anspruch, das war der Ex-Hansa-Kicker aus der Niedersachsenliga gewohnt. „Die zweitlängste Anreise dauerte sechs Stunden von Des Moines nach Chicago inklusive drei Nächten im Hilton Hotel, und bis nach Orange Beach im Staat Alabama brauchten wir 16 Stunden inklusive sieben Tagen in einem 4-Sterne-Hotel.“
Die Spiele im „National Tournament“ wurden sogar im Internet übertragen. Mit 20.000 US-Dollar kam Akbarzada in den Genuss des höchstdotierten Stipendiums in seiner College-Auswahl. Dennoch geht‘s schon bald zurück: „Ich habe mich trotz des Erfolges dazu entschieden, wieder zurückzukommen und zwei Jahre lang Auslandssemester im Großraum Hamburg oder Bremen zu absolvieren.“ Im Januar landet der frischgebackene Titelträger in Hamburg, „und dann will ich natürlich neben meinem Studium in der Landes- oder Oberliga spielen“. Hohe Ziele passen zu „Akbar“, „fehlt nur noch ein guter Coach und ein gutes Team in Deutschland“.









