Handschellen klicken bei Enkeltrick-Betrug

Symbolfoto: Polizei/nh

Lüneburg. Beinahe wöchentlich berichtet die Lünepost über Betrüger, die sich mit der gemeinen „Enkeltrick-Masche“ das mühsam ersparte Geld älterer Menschen unter den Nagel reißen. In den meisten Fällen tauchen die durch abenteuerliche Geschichten erbeuteten Beträge nie wieder auf. Oft handelt es sich um Zigtausende.

Jetzt kann die Polizei Lüneburg einen Ermittlungserfolg gegen eine skrupellose Betrügerin vermelden: Nach einem Abzock-Versuch klickten Ende der vorigen Woche in Neetze die Handschellen, als eine Teenagerin (17) gerade das vorher telefonisch ergaunerte Geld bei einem 64-Jährigen abholen wollte. Um mehrere 10.000 Euro wollte die Betrügerin, sie soll wohl Teil einer Bande aus Osteuropa sein, den Mann erleichtern. Der Neetzer roch jedoch den Braten und rief die Polizei. Gut gemacht!

„Dank seiner besonderen schauspielerischen Leistung ließ er bei den Tätern keinen Argwohn aufkommen“, lobt Polizeisprecherin Antje Freudenberg. „In der Annahme, mehrere 10.000 Euro zu bekommen, erschien die 17-Jährige am Spätnachmittag in Neetze. Doch statt Geld ausgehändigt zu bekommen, klickten die Handschellen“, berichtet die Sprecherin. Weil Fluchtgefahr besteht, sitzt die Teenagerin aus Polen seither auf Antrag der Staatswanwaltschaft im Lüneburger Gefängnis.

Aufatmen konnten nach der Festnahme zwei Senioren aus Hanstedt im Kreis Harburg und aus Lüneburg: Der 80-Jährige Hanstedter war am vorigen Donnerstag auf den Enkeltrick hereingefallen und hatte der Frau bei einem Treffen 20.000 Euro ausgehändigt. Erst viel später bemerkte er den Betrug und erstattete Anzeige. Als Beamte des
3. Fachkommissariats aus Lüneburg nun im Rahmen des Neetzer Falles ermittelten, tauchten bei Durchsuchungen auch die 20.000 Euro des Seniors aus Hanstedt wieder auf.

Eine Lüneburgerin (81) kam ebenfalls mit einem blauen Auge davon. Sie war auch angerufen worden und hatte bereits 10.000 Euro von der Bank geholt – zur Übergabe wird es dank des pfiffigen Neetzers nun nicht mehr kommen.