100 Kilometer durch die Heide

Marathon-Macher: Michael Seeger (l.) und Rolf Düngefeld haben mit zahlreichen Helfern den 100 Kilometer langen Heide-Staffellauf auf die Beine gestellt. Er startet am 16. Juni auf dem Lüneburger Sande. Foto: sta

Lüneburg. Für manch einen ist der Weg zum Briefkasten schon eine Herausforderung. Was mag da Läufer motivieren, die gleich 100 Kilometer an einem Stück absolvieren wollen? Zumindest muss die Strecke besonders attraktiv sein.

Und solch einen Rundkurs haben Rolf Düngefeld und Michael Seeger offensichtlich gefunden. Am Samstag, 16. Juni, feiert der Lüneburger Heide-Staffellauf seine Premiere, den sie federführend auf die Beine gestellt haben.

„Es haben sich bereits 79 Staffeln und 64 Einzelstarter für den Ultra-Marathon angemeldet“, erzählt Düngefeld, „wir hatten ursprünglich mit 50 Staffeln gerechnet.“

Die Erwartungen wurden schnell übertroffen. Einzelstarter, die die kompletten 100 Kilometer ganz allein in Angriff nehmen, waren gar nicht einkalkuliert. „Doch irgendwann kamen die ersten Anfragen und so haben wir uns entschieden, auch diese Läufer gern in Lüneburg zu begrüßen“, so Rolf Düngefeld weiter.

Die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland und sogar über die Bundesgrenzen hinaus. „Wir haben Anmeldungen aus Köln, Dresden, Chemnitz, Saarbrücken, aus den Niederlanden und aus Dänemark“, freuen sich die Organisatoren.

Der Startschuss fällt am Samstag, 16. Juni, auf dem Lüneburger Sande: um 7 Uhr für die Einzelstarter, um 9 Uhr für die Staffeln. Die Pistole wird Monika Scherf abfeuern – in Vertretung für den Schirmherren der Veranstaltung, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

„Wir sind froh, solch eine Sportveranstaltung in das parallel stattfindende Lüneburger Stadtfest zu integrieren“, sagt Veranstaltungsmanager Florian Lorenzen von der Lüneburg Marketing GmbH, „daher machen die Buden am Sande an dem Samstag auch schon etwas eher auf, um das Publikum zu versorgen.“

Düngefeld und Seeger rechnen damit, dass sich Stadtfest und Heide-Staffellauf gut ergänzen: „Gerade die Starter, die von weiter weg kommen, haben uns erzählt, dass sie noch nie in Lüneburg waren und sich sehr auf die Stadt freuen. Sie werden sicher nicht nur am Samstag in der Stadt unterwegs sein.“

Marketing nicht nur für die Stadt, sondern für die ganze Region, vor allem für die Lüneburger Heide zu betreiben, ist eines der Ziele der Organisatoren. Ihnen geht es aber auch um den guten Zweck: „Mit dem Heide-Staffellauf wollen wir die Kinderkrebshilfe Hamburg und die Ak­tion ‚Klassenziel Naturpark‘ unterstützen“, betont Rolf Düngefeld.

Die 100-Kilometer-Runde, die für die Staffeln in zehn Etappen eingeteilt ist, führt von Lüneburg über Amelinghausen, Bispingen, Undeloh, Egestorf, Salzhausen und Südergellersen zurück nach Lüneburg. Am späten Nachmittag werden die ersten Sportler im Ziel auf den Sülzwiesen erwartet.

Dort wird es am Abend die Siegerehrung mit Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge, jede Menge Infostände und die Abschlussparty geben.

Ob dann auch ein ehemaliger deutscher Olympionike zu den Geehrten gehört? Denn auch der aus Amelinghausen kommende Leichtathlet Sören Ludolph wird mit einer Staffel an den Start gehen. Zu den jüngsten Teilnehmern gehört eine Staffel des Gymnasiums Marienau.

Auch wenn der offizielle Anmeldeschluss schon vorbei ist: „Besonders jetzt im ersten Jahr sind wir da noch flexibler“, versprechen die Organisatoren, „die Online-Anmeldung ist zwar schon geschlossen, aber wer unbedingt noch mitmachen will, kann sich bei uns melden. Dann pflegen wir das per Hand nach.“

Rolf Düngefeld und Michael Seeger freuen sich, dass es bald endlich losgeht. Ein Jahr bereiten sie das Event schon vor. Vor allem das Ausmessen der Strecke und die Gespräche mit den Kommunen haben viel Zeit gekostet. Besonders im Lüneburger Stadtgebiet sei es schwierig gewesen, Ausnahmegenehmigungen für Straßensperrungen am Stadtfest-Samstag zu bekommen. Am Ende hat es aber doch geklappt.

„Das alles wäre ohne die Unterstützung unserer Partner und Sponsoren, die beteiligten Sportvereine aus Lüneburg, Amelinghausen, Gellersen, Bispingen und Salzhausen und natürlich die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die sich am Veranstaltungstag um einen reibungslosen Ablauf kümmern, nicht möglich gewesen“, sind Düngefeld und Seeger dankbar.

Nachdem es vor über einem Jahr „purer Idealismus, die Verbundenheit zur Region und der Spaß am Laufen“ waren, die die beiden zu der Idee inspiriert haben, sind sie inzwischen ehrgeizig:

„Etwas Vergleichbares gibt es hier im näheren Umfeld nicht. Wir sind sicher, dass wir den Heide-Staffellauf auch in den nächsten Jahren anbieten können – dann mit noch mehr Erfahrung und hoffentlich auch noch mehr Startern …“

Alle weiteren Infos zum Ablauf des Ultra-Marathons und des Staffellaufs, zum Programm auf den Sülzwiesen und im Anschluss zu den Ergebnissen gibt es im Internet unter www.lueneburger-heide-staffellauf.de