13 Stunden am Tag im Einsatz?

Gläser waschen bis spät in die Nacht: Einige Gastronomen haben Schwierigkeiten, das Personal so einzusetzen, dass die Angestellten nicht mehr als die zulässigen acht bzw. maximal zehn Stunden am Tag arbeiten. Der Gaststättenverband will das Arbeitszeitgesetz für mehr Flexibilität ändern, die Gewerkschaft NGG kritisiert das. Foto: NGG

Landkreis. „Wenn eine Hochzeit länger dauert als geplant, sich der Reisebus verspätet oder der Sommerabend zum Verweilen im Biergarten einlädt – sollen die Gastro-Betriebe ihren Service einstellen?“

Mit diesen Beispielen untermauert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) seine Forderung nach einer Anpassung des Arbeitszeitgesetzes. Der DEHOGA hält die tägliche Höchstarbeitszeit im geltenden Arbeitszeitgesetz von regelmäßig acht, im Ausnahmefall maximal zehn Stunden für nicht mehr zeitgemäß.

Er macht sich deshalb stark für eine Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Dagegen wehrt sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

„13 Stunden täglich arbeiten an bis zu sechs Tagen die Woche – wenn es nach dem DEHOGA geht, könnte das im Landkreis Lüneburg für rund 4300 Beschäftigte der Branche bald Alltag werden“, befürchtet Steffen Lübbert, Geschäftsführer der Lüneburger NGG.

„Es geht nicht um mehr Arbeit“, betont DEHOGA-Präsident Guido Zöllick, „sondern um eine bessere Verteilung der Arbeitszeit. Gesundheitsschutz, Jugendarbeitsschutz und Mindestruhezeiten bleiben gewahrt.“

Mehr Argumente für und gegen die Arbeitszeit-Regelung lesen Sie in der LÜNEPOST vom 26./27. August 2017.