Lüneburg. Über die Abschaffung von 150 Parkplätzen in Innenstadtnähe stimmt der Lüneburger Verwaltungsausschuss am Donnerstag, 5. Mai, in nichtöffentlicher Sitzung ab. Dass in Zeiten sterbender Läden – fast 40 stehen aktuell leer – auch noch weitere Anreize genommen werden, um überhaupt Kunden in die Stadt zu locken, ruft hiesige Wirtschaftsvereinigungen auf den Plan.

In einer gemeinsamen Erklärung protestieren sie gegen das Vorhaben und fordern schnelle Ideen zur Belebung der Stadt.

IHK-Geschäftsführer Michael Zeinert: „Neben neuen Veranstaltungsformaten, Familienfreundlichkeit und einem attraktiven Branchenmix ist eine gute Erreichbarkeit ein zentraler Baustein. Aus diesem Grund stellt sich die Lüneburger Innenstadtwirtschaft geeint gegen die derzeitigen Pläne der Verwaltung.”

Eine in der Vorwoche durchgeführte Umfrage habe es deutlich aufgezeigt: Für 94 Prozent der Betriebe sei die Erreichbarkeit des Standorts wichtig bis sehr wichtig, 73 Prozent ihrer Kunden kämen mit dem Auto. Unter dem Strich erwarten 80 Prozent der befragten Betriebe negative Auswirkungen durch die Parkplatz-Reduzierung. Sie lehnen die Pläne der Verwaltung deshalb ab.

LCM-Vorsitzender Heiko Meyer weiß: „Unsere Innenstadt lebt vor allem vom Umland und von den Touristen. Wenn wir diesen Kunden den Weg in die Stadt erschweren, wandern sie in den Online-Handel ab. Allein von den Lüneburgern kann unsere Innenstadt niemals leben!”

Auch Jörg Laser vom Verein Lüneburger Gastronomen schlägt Alarm: „Wir brauchen mehr neue Ideen, wie wir die Innenstadt nachhaltig beleben. Daran wollen wir mitarbeiten und mitgestalten. Diese Ideen müssen aber auch in die Umsetzung gebracht werden.” Der „Innenstadt-Beirat” habe kaum zählbare Ergebnisse hervorgebracht.

Heinz-Georg Frieling ist Geschäftsführer des Dehoga-Bezirksverbands und des Handelsverbands Harz-Heide. Er berichtet: „Die Umsatzzahlen im Handel sind derzeit reichlich schlecht. Die Kunden haben Angst vor ihrer nächsten Heiz- und Stromrechnung und halten sich deshalb mit Einkäufen zurück. Für uns bedeutet das geringere Umsätze und fehlende Planungssicherheit. Weitere Einschränkungen kann die Innenstadt derzeit nun wirklich nicht gebrauchen.”

Ob der dramatische Appell der wichtigsten Wirtschaftsverbände die Verwaltung zum Umdenken bringt, bleibt abzuwarten.