„Wir waren großkotzig“

Marcell Jansen (l.) erzählte im Gespräch mit HSV-Blogger Marcus „Scholle“ Scholz aus seinem neuem Leben. Foto: webnetz

Lüneburg. Er war Profi in der Fußball-Bundesliga, Meister mit Bayern München, zweifacher WM-Teilnehmer mit der Nationalmannschaft. Doch schon mit 29 Jahren wollte Marcell Jansen nicht mehr. Nach sieben Jahren als Profi beim Hamburger SV wurde er vor vier Jahren Geschäftsmann. In einem Alter, in dem viele Kollegen nur Fußball, Luxusklamotten und teure Autos im Kopf haben, rückte für Jansen anderes in den Mittelpunkt. Er gründete eine Beteiligungsgesellschaft und investiert seither in Start-up-Unternehmen aus dem Gesundheitssektor. Davon berichtete er am Donnerstag auf der Online-Marketing-Konferenz (OMK) an der Lüneburger Leuphana-Uni.

Seit einigen Monaten ist der Ex-Profi auch Präsident des Hamburger SV und sitzt als solcher im Aufsichtsrat der Fußball-AG. Natürlich kam auch die Derby-Niederlage vom Montag beim FC St.- Pauli (ganz kurz) und die Krise des Klubs (ganz lang) zur Sprache: „Das Wirtschaftliche hätte man – vorsichtig ausgedrückt – besser machen können“, sagte Jansen. Aber: „Wenn es acht Jahre lang immer nur bergab geht und die Mitgliederzahlen dennoch steigen, dann hat der Verein etwas. Der Klub steht für seine Fans und deren authentische Liebe. Die Zukunft für uns muss es sein, Tugenden wie das Bodenständige und das Hanseatische zu leben.“

Das, so Jansen, sei zuletzt nicht der Fall gewesen: „Angefangen bei der Vereinshymne war es ja eher großkotzig und nicht hanseatisch.“ Nun ginge es darum, „mal wieder in der Realität anzukommen und den Fußball in den Mittelpunkt zu stellen.“ Jansen will mit dem HSV „so schnell es geht in die Bundesliga aufsteigen, um die nächsten Jahre wieder ein wichtiges Mitglied der Liga zu werden“. Dann darf es auch wieder ambitionierter werden.“
Der erste Schritt, da ist Startup-Unternehmer und HSV-Präsident Jansen sicher, erfolgt schon bald. Denn gefragt, ob der HSV dieses Saison aufsteigt, antwortete er mit einem klaren: „Ja!“

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