Lüneburg. Im Fernsehen wird zunehmend gegendert, in Stellenanzeigen werden Bewerber jeden Geschlechts gesucht. Nationalitäten etwa in Polizeiberichten vermieden. Bloß nirgendwo anecken, immer politisch korrekt agieren – das ist heute die Devise. Wenn es aber um die Umsätze geht, dann scheinen manche Großunternehmen jedoch kein Problem damit zu haben, Kundengruppen auszuschließen.

So fühlt sich z. B. Denise „Kiki“ Duwe diskriminiert von den großen Modeketten wie H&M und C&A. Denn diese haben in ihren Filialen zunehmend die sogenannte „Plus Size“-Mode aus den Regalen genommen. „Ich kenne viele Frauen ab Konfektionsgrößen 44 aufwärts, die kaum noch passgerechte aktuelle Mode in den Geschäften finden. Das Angebot ist extrem zurückgegangen“, klagt die Friseurin aus Lüneburg. Und wenn dann doch mal etwas auf der Stange hänge, „ist es entweder längst aus der Mode, einfach altbacken oder passt nicht“, weiß die 34-Jährige aus Erfahrung.

Modern geht fast nur online. Derzeit liegen sogenannte „Mom-Jeans“ mit hoher Hüfte im Trend: „Die können modisch für füllige Frauen ein Segen sein“, sagt Denise Duwe. Der bequeme Schnitt sorge für ein richtig gutes Tragegefühl. „Doch so eine Hose online zu kaufen, ist mit Risiken verbunden, weil man eigentlich jedes Kleidungsstück anprobieren muss“, sagt die Lüneburgerin. Immer öfter kostenpflichtige Retouren seien daher kaum zu vermeiden. „Auch passende Stiefel und Schuhe zu finden, wird lokal immer schwieriger.

Die Lünepost hat sich mit der 34-Jährigen zur Shoppingtour durch Lüneburg getroffen. Ihre Erfahrungen lesen Sie in der Ausgabe vom 14. Januar.