Aktion auf den Marktplätzen: „Gewalt reißt tiefe Wunden“

Pflaster gegen Gewalt: Am Freitagmorgen verteilten Kriminaldirektor Steffen Grimme (v. l.), Gerhard Berger (Staatsanwaltschaft), Lilli Rottmann (Soroptimistin), Kontaktbeamter Frank Kerstens, Christiane Scholl (KPR), Gleichstellungsbeauftragte Maret Bening, Angelika Leu-Barthel (Soroptimistin), Jonas Nahrstedt (Jugendamt) und Kriminalhauptkommissarin Eleonore Tatge in Kaltenmoor Pflasterpäckchen mit Kontaktdaten für Hilfesuchende. Foto: karo

Lüneburg. „Möchten Sie eine Nuss verteilen?“ So wurden Marktbesucher gestern auf dem St. Stephanusplatz in Kaltenmoor angesprochen. Wer kurz stockt, hat auch schon eine Nuss in der Hand und muss sich nun für eins von drei Sammelgläsern entscheiden: „Jede 4. Frau“, „jede 6. Frau“ oder „jede 8. Frau“ steht zur Auswahl.

Was es damit auf sich hat? Mit dieser Frage, die nun zwangsläufig folgt, gelingt es den Frauen am Stand vom „Runden Tisch gegen Gewalt“ regelmäßig, ins Gespräch zu kommen.

Bereits 200 Passanten haben so in den vergangenen Tagen auf Märkten z. B. in Reppenstedt, Bleckede oder Scharnebeck eine Nuss verteilt.

Jedes Jahr um diese Zeit macht der „Runde Tisch gegen Gewalt“ mit einer Aktion auf Gewalt an Frauen in der Familie aufmerksam. Dieses Jahr machen Vertreter des Runden Tisches unter dem Motto „Gewalt reißt tiefe Wunden“ mit einem Stand auf Märkten Station.

Sie verteilen symbolisch kleine Pflasterpäckchen – wichtig ist ihnen aber hauptsächlich, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. „Wir hatten bisher schon viele gute Unterhaltungen“, erzählt Christiane Scholl, ehrenamtliche Geschäftsführerin des Kriminalpräventionsrates.

Eine Frau in Bleckede erzählte ihr z. B., dass kürzlich ein befreundetes Paar, das überall als „Vorzeigepaar“ galt, in Gewalt auseinander gegangen sei. „Die Frau war völlig erschüttert“, berichtet Scholl, „dabei ist das leider ein ganz typischer Fall!“

Mehr zum Thema und was es mit den Nüssen auf sich hat, steht in der LÜNEPOST-Ausgabe vom 24./25. November 2018.