Lüneburg. Eine der wohl wichtigsten Nachrichten zum Jahresende kommt vom Landkreis Lüneburg: Das Corona-Impfzentrum ist fertig!

Nach dem holprigen Start, weil der Besitzer des ursprünglich ins Auge gefassten Standortes abgesagt hatte (LP berichtete), ging es dann doch recht schnell. „Die Firma Deerberg kam auf den Landkreis zu und bot uns die große Halle im Hafen an“, sagt Mirko Dannenfeld, Fachdienstleiter Ordnung beim Kreis und Leiter der Projektgruppe.

Nur wenig später waren das Konzept fertig und die Verträge unter Dach und Fach.

„Der Standort ist ideal: Von der Ostumgehung ist er sehr gut erreichbar und es gibt ausreichend Parkplätze auf dem Gelände“, sagt Dannenfeld. „Außerdem ist in unmittelbarer Nähe eine Haltestelle, die Busse fahren alle dreißig Minuten, vom Bahnhof beträgt die Fahrzeit nur zehn Minuten.

Innerhalb von zwei Tagen haben in den Tagen vor Weihnachten rund 45 Mitglieder vom Technischen Hilfswerk das Impfzentrum in der 1600 Quadratmeter großen Halle aufgebaut. Die Kosten dafür übernimmt das Land, das auch die gesamte IT-Ausstattung stellt. „Alles ist barrierefrei“, sagt Joschka Schiller, stellvertretender Leiter des Impfzentrums. „Im gesamten Bereich herrscht natürlich Maskenpflicht und das Abstandhalten ist ebenfalls geregelt.“

„Wichtig zu wissen: Das Impfzentrum verteilt keine Termine, auch der Landkreis nicht. Man kann auch nicht einfach spontan kommen. Wer geimpft werden möchte, muss sich telefonisch, Tel. (0800) 9 98 86 65 oder online beim Land Niedersachsen melden und zwei Termine für zwei Spritzen vereinbaren“, erklärt Dannenfeld.

Im Impfzentrum gehen die Patienten zuerst zum Anmeldungsbereich zur Datenerfassung und Registrierung. Anschließend geht es in den großzügigen Wartebereich. Das Zentrum besteht aus insgesamt fünf Impfbereichen, den sogenannten Impflinien. Eine Linie besteht aus einem Arztraum und vier Impfkabinen.

„Im schalldichten Arztraum finden die rund dreiminütigen Aufklärungsgespräche statt, in den Impfkabinen gibt‘s dann die Spritze“, erläutert Joschka Schiller. Danach müssten die Patienten noch 15 Minuten lang im Ruhebereich warten. „Sollte es Impfreaktionen geben, kann ein Notfallteam sofort reagieren.“

Bis zu 100 Impfungen pro Stunde seien möglich.

„Da aber bislang nicht ausreichend Impfstoff vorhanden ist, geht erstmal nur eine Impflinie in Betrieb“, sagt Dannenfeld, „die Impfdosen werden vom Land abgezählt hier angeliefert.“ Sie kommen in mit Trockeneis gefüllten Styroporboxen, die in verschlossenen Containern bei Minus 70 Grad gelagert werden.

Personal sei ausreichend vorhanden, das Interesse, im Impfzentrum zu arbeiten, sei groß: „Wir haben eine lange Liste von Interessenten, die sich beim Landkreis gemeldet haben und bei uns arbeiten möchten. Und das, obwohl wir noch gar keine öffentliche Ausschreibung getätigt haben“, sagt Dannenfeld.

Der Kreis hat die Halle mit einem zusätzlichen, 400 Quadratmeter großen Bürobereich für das Personal, zunächst für sechs Monate gemietet, mit der Option, um weitere sechs Monate zu verlängern. Doch bevor das Zentrum richtig startet, sind zunächst mobile Impfteams unterwegs. Sie sollen die rund 2000 Bewohner und etwa 1500 Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen im Kreis impfen. „Ein Team besteht aus einem Arzt und einer Verwaltungskraft“, sagt Dannenfeld. Vier Teams sieht das Land laut Verordnung vor. Je eins stellen ASB, DRK und DLRG, wer das vierte Team stellt, ist noch unklar.

Offen ist auch noch, wie gebrechliche Menschen über 80, die zu Hause gepflegt werden, geimpft werden können. „Möglicherweise auch durch die mobilen Impfteams. Diese Frage ist vom Land noch nicht geklärt“, sagt Dannenfeld.