Lüneburg. Ob das wirklich die letzte Arena-Abstimmung wird? In einer Sondersitzung befassen sich die Mitglieder des Lüneburger Kreistages am Freitag, 30. August (15 Uhr), in der Ritterakademie wieder einmal mit dem Millionen-Bauprojekt Arena Lüneburger Land. Und sie entscheiden (endgültig?) über Weiterbau oder Abriss der zukünftigen Heimat für die SVG-Bundesligavolleyballer.

Nachdem die Kosten auf zuletzt 25,767 Millionen Euro brutto angestiegen waren (inklusive 3,141 Millionen als Reserve), hatte man die Arbeiten auf der Baustelle vorerst eingestellt (LP berichtete). Externe Berater und das Rechnungsprüfungsamt hatten sich die vertrackte Situation in den letzten Wochen genauer angeschaut und im Kreisausschuss über Lösungsmöglichkeiten informiert.

Nun müssen die Kreistagspolitiker zwischen drei Szenarien abstimmen:
1. Fortsetzung des Baus gemäß dem bisherigen Stand und mit einem möglichen Einsparungspotenzial von bis zu 3 Millionen Euro: Hier könnte z. B. durch günstigere Bestuhlung und andere kleine Maßnahmen gespart werden. Wichtig, so der beauftragte Berater Reese Baumanagement, sei jedoch eine schnelle Entscheidung. Gesamtkosten für die Arena bei diesem Szenario: 22.991.994,03 Euro.
2. Fortsetzung mit einer Kostenbeschränkung auf 20 Millionen Euro brutto: Das sei laut Berater Reese möglich, berge aber diverse Probleme. Durch erhebliche Funktionseinschränkungen wäre in der Halle „fast auschließlich Schul- und Breitensport möglich“. Maximal kleinere Events seien denkbar. Zudem würde die Arena durch die deutlich höhere Auslastung und durch viele nicht kommerzielle Veranstaltungen eine „erhöhte Belastung des Haushaltes in den Folgejahren“ darstellen. Auch der Betreibervertrag mit Klaus Hoppe und Campus Management wäre hinfällig. Hoppe könnte hohe Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe geltend machen.
3. Projektexit: Auch die radikalste mögliche Entscheidung wäre eine teure. Denn zu 9 Millionen Euro für schon abgewickelte Aufträge käme 1 Million für den Abriss (plus 750.000 Euro als Reserve), dazu 1,25 Millionen Euro Entschädigung für Campus Management – macht 12 Millionen Euro für nichts, bzw. für eine laut Reese Baumanagement „erhebliche negative öffentliche Diskussion“. Und eine Lösung für Spitzen-, wie Breiten- und Schulsport sowie für Events in der Wachtumsregion Lüneburg wäre damit auch nicht gefunden.

Kurzgefasst: Will ich 12 Millionen Euro für nichts ausgeben, zahle ich 20 Millionen Euro für eine Not­lösung, die eigentlich keiner so richtig nutzen kann – oder lege ich noch einmal knapp 3 Millionen Euro drauf für eine hochmoderne Arena, die dem Anspruch Lüneburgs als junges Oberzentrum gerecht wird?

Die Entscheidung für Szenario Nummer 1 scheint auf den ersten Blick auf der Hand zu liegen – doch nachdem sich zuletzt mehrere Fraktionen gemeinsam für den 20-Millionen-Kostendeckel ausgesprochen haben, ist eine Vorhersage schwierig. Es wird also wieder einmal richtig spannend in Sachen Arena.