Adendorf. Vor einer Woche waren die Kufencracks des Adendorfer EC noch guter Dinge: In einer provisorischen Vorbereitung konnte der Eishockey-Regionalligist bei den Freunden vom CE Timmendorfer Strand erstmals in dieser Spielzeit auf Eis trainieren. Ein Defekt an der Kühlanlage in der Walter-Maack-Eishalle hatte das in Adendorf unmöglich gemacht (LP berichtete).

Eigentlich sollte in der kommenden Woche die Kälteanlage in der heimischen Halle wieder hochgefahren werden. Doch jetzt gab es für das Team und die Fans den Schlag ins Gesicht: „Bei einer Untersuchung ist ein weiterer Schaden festgestellt worden, sodass die Adendorfer Eishalle den gesamten Winter über geschlossen bleiben wird“, gab Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack am Freitagnachmittag bekannt.

Kein Eis! Das bedeutet, es wird in Adendorf in diesem Winter weder Schlittschuh gelaufen noch Eishockey gespielt. Dem Adendorfer EC droht der Genickbruch: „Ich habe bereits einen Termin beim Anwalt für Insolvenzrecht gemacht“, erzählt ein sichtlich aufgewühlter AEC-Geschäftsführer Finn Sonntag, „ich werde nächste Woche diesen bitteren Schritt gehen müssen.“ Er betont aber auch, dass das nicht automatisch bedeuten müsse, dass die Lichter bei dem Eishockey-Klub auch tatsächlich ausgehen.

In der Eishalle bleiben sie die nächsten Monate über zumindest aus. „Bei den festgestellten Mängeln handelt es sich um Korrosionsschäden an einem Druckbehälter der Kälteanlage“, konkretisiert Bürgermeister Maack. Der Behälter sei daraufhin näher untersucht und auch geröntgt worden. Am Freitag lagen nun die Ergebnisse vor: Nach der Sondierung waren sich Fachplaner und technische Experten einig, dass „eine Inbetriebnahme unter den gegebenen Umständen auch nach Reparatur des bisher bekannten Schadens der Kälteanlage nicht möglich ist“.

Da der Druckbehälter ein sicherheitstechnisches Element der Anlage sei, „ist der Betrieb ohne einen funktionsfähigen Druckbehälter nicht möglich“, betont Thomas Maack.
Und so gab es im Adendorfer Rathaus am Freitag bereits eine Krisensitzung. „Wir sind auch die Option einer Leihkälte für die Halle durchgegangen“, sagt der Bürgermeister, „die würde allerdings rund 170.000 Euro kosten und voraussichtlich nur das Schlittschuhlaufen, aber keinen Eishockeysport zulassen.“ Da diese Anlage wohl auch erst Anfang des nächsten Jahres in Betrieb genommen werden könnte, „blieiben noch etwa zwei Monate, in denen der Eislaufbetrieb stattfinden könnte“, meint Maack. Das sei mit Blick auf die Kosten zu wenig. „Ich stehe daher hinter der Entscheidung, die Halle diesen Winter geschlossen zu lassen und in Ruhe zu überlegen, was getan werden muss, damit im nächsten Winter wieder alles nach Plan laufen kann“, erklärt Thomas Maack.

Eine Überlegung sei auch, die Zwangspause zu nutzen, um die Kühlanlage von Ammoniak auf CO2 umzustellen. Schon jetzt liegen die Kosten durch den ersten Schaden bei über 150.000 Euro. Wie teuer die Reparatur noch wird, konnte Maack am Freitag noch nicht sagen.
AEC-Chef Sonntag muss nun die laufenden Kosten auf Null runterschrauben, Verträge kündigen, mit Sponsoren sprechen. Dennoch sendet er auch ein positives Zeichen: „Ich habe den Ligenleiter bereits informiert, dass wir in der nächsten Saison auf jeden Fall wieder antreten wollen.“ Das wäre sogar in derselben Spielklasse, der Regionalliga, möglich – wenn der AEC den wirtschaftlichen Kampf nicht verliert.

Aber schon in den vergangenen Monaten hatte Klub-Boss Sonntag immer wieder klar gesagt: „Aufgeben ist keine Option …!“ Auch wenn der Gegner seit Freitag beinahe unbezwingbar geworden zu sein scheint.