„Business-Theater“ beim Herrenessen

Glänzende Gastgeber: der Kaufleute-Vorstand mit (v. l.) Frank Dalock, Ernst Hildebrandt, Max-Emanuel Manzke, Präsident Michael Zeinert, Stefan Wabnitz und Michael Jurr. Foto: Nico

Lüneburg. Ein Abend mit langer Tradition: Am Freitag, 27. Oktober, lud der Verein Lüneburger Kaufleute im 43. Jahr zu seinem Herrenessen ein. 245 Gäste folgten der Einladung in den Saal des Seminaris-Hotels.

Nicht nur die Herren aus der regionalen Wirtschafts- und Politik-Szene waren gekommen, auch knapp zwei Dutzend Frauen konnte Kaufleute-Präsident Michael Zeinert begrüßen, darunter die Äbtissin Freifrau Reinhild von der Goltz, Superintendentin Christine Schmid und die neue Chefin der Agentur für Arbeit, Kerstin Küchler-Kakoschke. Bei den Herren waren u. a. Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der scheidende LZ-Chefredakteur Christoph Steiner, LSK-Präsident Sebastian Becker und der Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols vertreten.

In seiner Eröffnungsrede zog Zeinert eine zufriedene Jahresbilanz: „Das Herrenessen ist der Höhepunkt im Jahresprogramm der Kaufleute. Wir haben heute Abend 245 Gäste und sind damit restlos ausverkauft. Aber auch die vorangegangenen Veranstaltungen waren von einem sehr großen Zuspruch und einer tollen Beteiligung gekennzeichnet. Im Vorstand und Beirat unseres Vereins freuen wir uns sehr darüber, dass die Netzwerkarbeit in unserem Verein ganz ausgezeichnet funktioniert.“

Und das Netzwerk wachse weiter, das zeige die Mitgliederentwicklung im Verein der Kaufleute, der laut Präsident „in diesem Jahr bereits 20 neue Mitglieder aufnehmen“ konnte und damit aktuell 425 Mitglieder hat.

Zeinert zum Abschluss seiner Rede: „Damit Netzwerke gut funktionieren, muss man sich natürlich kennenlernen können – und daher haben wir unsere neuen Mitglieder in diesem Jahr mitten im Saal an den Tischen des Präsidenten und des Vizepräsidenten platziert.“

Anschließend übernahm der Redner des Abends das Mikrofon: Professor Lars Vollmer, Unternehmer, Vortragsedner und Autor des Buches „Zurück an die Arbeit“ mit Hauptwohnsitz Barcelona. In seinem launigen Vortrag sprach Vollmer, der einst mit flexiblen Bezahlmodellen in seinem inzwischen lukrativ veräußerten Maschinenbauunternehmen aus Hannover Schlagzeilen schrieb, über das sogenannte „Business-Theater“, das heute in vielen Unternehmen gespielt werde.

Gemeint sei der „tägliche Wahnsinn von Businessfrühstücken, Meetings, Telefonkonferenzen, Businesslunches, Geschäftsführungsrunden und Abendveranstaltungen in allen denkbaren Formaten“.

Für Vollmer ist all das „Beschäftigung und keine Arbeit“. Bis zu 50 Prozent der Arbeitszeit ginge so verloren ­– und damit auch ein Großteil der Produktivität. Raunen im Saal verriet bei Vollmers Vortrag immer wieder, dass die Zuhörer sich in den Beispielen wiederfanden. Anschließend folgte, um in der Schauspielsprache zu bleiben, der zweite Akt des „Business-Theaters“: Beim Essen – das Seminaris-Team um Klaus Anger servierte Rouladen mit Kartoffelklößen und Speckrosenkohl sowie als „Zugabe“ Zimtmousse mit Rumfrüchten – wurden Professor Vollmers Thesen eifrig diskutiert.

Doch spätestens beim beliebten Jägermeister und den traditionellen Tonpfeifen danach – für die das Seminaris extra das geltende Rauchverbot mit einer Sondergenehmigung außer Kraft gesetzt hatte – war das Business Geschichte und die Gäste des Abends verbrachten launige Stunden mit entspannten Themen. Bis in die Nacht wurde getrunken, geraucht, gelacht und gefeiert. Gefahren wurde nicht mehr – denn dank des Limousinen-Services vom Autohaus D&L, dessen Azubis bis 3 Uhr früh den Chauffeurdienst übernahmen, konnte jeder seinen Wagen stehen lassen.

Und das eine oder andere Meeting wird in den kommenden Wochen in so manch einem Unternehmen wohl ausfallen – ist ja sowieso nur Business-Theater …