City-Park:
Mieter auf den Barrikaden

„Der Bericht in der LÜNEPOST war für uns der Auslöser, um zu dieser öffentlichen Fraktionssitzung einzuladen“, sagte SPD-Frau Hiltrud Lotze am Montag in der Lüneburger Gaststätte Adlerhorst. Unter dem Titel „Schäden, Schmutz und Schimmel“ hatte die LP vor zehn Tagen über die teils erschreckenden Zustände im Haus Am Weißen Turm 2 berichtet. Über 100 Mieter des City-Parks waren gekommen, um über die Missstände in den Häusern Am Weißen Turm, Bögelstraße und Hinter der Saline zu sprechen. Am Rednertisch saß Montag auch Olaf Bieniek, Geschäftsführer der Hausverwaltung Berghs & Partner. Er musste sich von „seinen“ Mietern harte Vorwürfe gefallen lassen: „Bei uns geht die Heizung seit dreieinhalb Jahren nicht“, berichtete z. B. Volker Tanke aus der Bögelstraße 10.

„Verhältnisse wie jetzt haben wir früher nicht einmal in der DDR gehabt, wo ich herkomme“, sagte der Mieter und forderte: „Die Situation ist ein Fall für einen Generalanwalt.“ Stellvertretend für ihre Nachbarn im Haus Hinter der Saline 15 schilderte Emine Diri ihre Schwierigkeiten mit Nebenkostenabrechnungen und Schimmel in den Wohnungen. Einige Zimmer seien nicht mehr bewohnbar, deshalb würde eine Familie mit vier Kinder seit Jahren zusammen im Wohnzimmer schlafen. Rechtsanwältin Sabine Welge, die gemeinsam mit der LÜNEPOST das Haus Am Weißen Turm 2 besichtigt hatte: „Die Situation ist erschütternd. Es liegt an der Bausubstanz – und da ist der Vermieter verantwortlich.“

Geschäftsführer Bieniek, dessen Verwaltung die über 600 Wohnungen des City-Parks betreut, versuchte, seine Sicht gegenüber den Mietern deutlich zu machen. Ob ihm das gelang, und wie Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge die Probleme angehen will, steht in der Lünepost vom 20. Februar 2013.