Landkreis. Der Weltkonzern Coca-Cola wollte im Landkreis Lüneburg einen weiteren Brunnen bauen. Doch der Widerstand gegen die Pläne, für die Unternehmenstochter Apollinaris Brands und deren Marke „Vio“ bei Reppenstedt noch mehr Trinkwasser zu fördern, war enorm.
Am Dienstag verkündete der Konzern nun: „Coca-Cola stellt Vorhaben für einen dritten Brunnen im Landkreis Lüneburg vorerst ein.“ Als Grund nennt Geschäftsführer Tilmann Rothhammer die sinkende Nachfrage: „Der Markt schrumpft und wir sehen nun leider, dass diese Entwicklung weiter anhält.“ Daher sei ein wasserrechtlicher Antrag aktuell nicht gerechtfertigt.

Heftig gewehrt gegen die Coca-Cola-Pläne hatte sich u. a. die BI „Unser Wasser“. Bei Mitglied Marianne Temmesfeld ist die Erleichterung groß: „Wir freuen uns sehr, dass Coca-Cola seine Pläne vorerst stoppt. Aber wir bleiben weiterhin sehr wachsam.“ Schließlich spreche der Konzern nur von „vorerst“. Temmesfeld: „Wir können uns erst entspannen, wenn die Brunnen­stube zurückgebaut ist.“

Karina Timmann hatte eine Petition gegen das Brunnenprojekt ins Leben gerufen und 145.000 Unterschriften gesammelt. Sie sagt: „Das ist eine gute Nachricht für uns alle. Mir zeigt es, dass bürgerliches Engagement wirkt und jeder von uns mit seinen täglichen Kaufentscheidungen Einfluss auf das große Ganze nehmen kann: Weniger kommerziell gehandeltes Wasser aus Plastikflaschen und mehr Leitungswasser aus dem Hahn, das ist gelebter Klimaschutz und macht zudem für den eigenen Geldbeutel Sinn.“

Landrat Jens Böther möchte die Entscheidung nicht bewerten, er verspricht Skeptikern aber: „Wir bleiben bei diesem Thema am Ball!“ Und Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch begrüßt „die Erklärung der Geschäftsführung, dass die Produktionslinien und die Arbeitsplätze in Lüneburg erhalten bleiben.“