Das lange Warten im Parkhaus

In diesem Auto „wohnt“ ein Mann: Seit über einer Woche steht dieser Opel-Kombi auf demselben Stellplatz im Parkhaus am Lüneburger Klinikum. Der „Bewohner“ wartet auf Hilfe vom Pflegestützpunkt. Foto: bec

Lüneburg. Parkhaus am Klinikum, mittleres Parkdeck, mittlere Reihe. Gleich vornean steht ein älterer grüner Opel Omega Kombi. An einigen Stellen wirkt der Wagen schon ziemlich ramponiert. „Der steht schon seit Tagen da“, weiß ein Mitarbeiter des Krankenhauses, „ich habe ihn schon häufiger gesehen.“ Neben dem Auto blockiert ein Rollator den angrenzenden Stellplatz. Ein weiterer Rollator liegt zusammengefaltet mit etlichen Tüten und anderen Gegenständen im Kofferraum des Kombis. Auf dem Fahrersitz schläft ein Mann.

„Ich habe ihn irgendwann angesprochen, weil ich erst fürchtete, er sei vielleicht tot“, erzählt der Klinik-Mitarbeiter. Aber er lebt: „Er rührte sich, wenn auch langsam, und fragte als erstes nach einem Zigaretten­automaten.“

Auch die LÜNEPOST trifft den „Dauerparker“ an. Als die Reporter sich dem Wagen nähern, lässt sich erahnen: Er steht tatsächlich schon länger hier. Vor der Fahrertür liegt reichlich Zigaretten-Asche, der Geruch von Urin beißt in der Nase. Auf dem Fahrersitz: der Mann, die Arme verschränkt, der Kopf im Schlaf nach vorne gefallen. Er scheint übergewichtig zu sein, ist unrasiert und wirkt ungepflegt. Möglicherweise hat er auch gesundheitliche Probleme. Er trägt ein weites grünes T-Shirt und eine blaue Jogginghose.

Als der Fahrer wach wird, bitten ihn die Reporter, die Fensterscheibe herunterzulassen. Seine Reaktionen sind sehr langsam. Auf die Frage, ob es ihm gut gehe, sagt er nach längerem Nachdenken: „Ja, danke.“

Die Sprache des „Parkhaus-Bewohners“ ist schwach und verwaschen. Wie lange er schon mit dem Auto im Parkhaus steht? „Schon lange“, kommt zögernd über seine Lippen, „über eine Woche.“

Auf die Frage, was er so lange dort mache, sagt er nur: „Ich warte …“ Worauf, kann er in diesem Moment nicht erklären.

Die ganze Geschichte steht in der LÜNEPOST vom 1./2. September 2018.