Das Stechen ums Rathaus: Kalisch gegen Meyer

Lüneburg. Nach drei Jahrzehnten unter SPD-Regie steht seit Sonntagabend gegen 20 Uhr fest: Lüneburg bekommt eine komplett neue Führung. Bei der Oberbürgermeisterwahl konnten die Grünen-Kandidatin Claudia Kalisch und der parteilose Bewerber Heiko Meyer die meisten Stimmen sammeln. Beide gehen in zwei Wochen in die Stichwahl.

Für SPD-Kandidatin Pia Steinrücke, die ihren Parteikollegen Ulrich Mädge eigentlich nach 30 Jahren im Oberbürgermeisteramt ablösen wollte, endet die Wahl mit einer herben Enttäuschung. Wie CDU-Bewerberin Monika Scherf konnte sie lediglich rund 18 Prozent der Lüneburger von sich überzeugen.

Das Signal der Wahl scheint klar: Lüneburg wählt grün, Lüneburg wählt für eine starke Innenstadt – und Lüneburg wählt die Veränderung. Nach drei Jahrzehnten ist das historische Lüneburger Rathaus nicht mehr rot.

Claudia Kalisch, die rund ein Drittel der Wählerstimmen für sich sammeln konnte, war natürlich zufrieden: „Das Ergebnis gibt mir Motivation für die zweite Runde. Den Ausschlag hat bei dieser Wahl wohl gegeben, was die Menschen bewegt – Klimawandel, Zukunftsfähigkeit, Mobilität …“ Nun will ihre Partei schnell Gespräche mit den anderen Parteien über eventuelle Wahlempfehlungen für die Stichwahl führen: „Viel Zeit haben wir ja nicht.“

Auch Heiko Meyer freute sich über das überraschend deutliche Ergebnis: „Wir haben mit einem kleinen Team einen tollen Wahlkampf gemacht und es den Großen gezeigt. Nun haben wir wieder volle Power für den Wahlkampf in den bevorstehenden zwei Wochen.“