Der Handel muss handeln!

Gutgelaunt: Der Vorstand des LCM blickt zufrieden zurück und wachsam nach vorne (v. l.): Cornelius Schnabel (Schuhhaus Schnabel), Heiko Meyer (Coffee House No. 1), Ines Kruse (Modecafé Aust) und Frank-Peter Jahns (Peek & Cloppenburg). Nicht auf dem Foto ist Eberhard Wedler (Karstadt). Foto: Nico

Lüneburg. „Eigentlich“, so begann der Vorsitzende Heiko Meyer seinen Vortrag „können wir zufrieden sein mit der Situation.“ Bei der Jahreshauptversammlung des Lünburger City-Managements (LCM) ging es anschließend hauptsächlich um dieses „eigentlich“.
Rund 100 Mitglieder – u. a. Kaufleute, Gastronomen, Schausteller – und Gäste waren am Mittwoch in die Lüneburger „Krone“ gekommen, um den Vorträgen über das vergangene Jahr und über Zukunftsherausforderungen zuzuhören.

„Im Jahr 2017 wuchs der deutsche Einzelhandelsumsatz um 4,5 Prozent – das ist der kräftigste Zuwachs seit Beginn der Erhebungen 1994“, führte Meyer aus, „und auch für dieses Jahr werden dem Einzelhandel gute Geschäfte vorausgesagt.“ Auch wenn das Meinungsforschungsinstitut GfK vor den Risiken aufgrund des Brexits und der aggressiven Handelspolitik der USA warnt.

Das waren die guten Nachrichten. So positiv werde es aber nicht weitergehen, wenn sich der stationäre Handel nicht der größten Herausforderung, dem Online-Handel, stellen würde:

„Für unsere Branche ist das der größte Strukturwandel seit Einführung der Selbstbedienung“, betonte Meyer. Der Internethandel expandierte 2017 um rund 10 Prozent.

Warum Lüneburg noch relativ gut dastehe? „Es ist zu vermuten, dass wir Zulauf aus den ländlichen Regionen, den Landkreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Harburg haben, dort leidet der Handel deutlich. In Winsen z. B. schlossen in den vergangenen Jahren viele Einzelhandelsbetriebe“, weiß Meyer.

Als weitere Ursache für gute Geschäfte nannte er das Bevölkerungswachtum der Hansestadt. „Das ist aber kein Grund, sich auszuruhen“, betonte der LCM-Chef, „der allgemeine Trend in Richtung Internet betrifft auch uns.“

Die Konsequenz? „Es geht darum, ein Einkaufserlebnis zu inszenieren. Der Einkauf muss mit ergänzenden Freizeiterlebnissen aufgeladen werden.“

Mehr zum Thema steht in der LÜNEPOST vom 10./11. März 2018.