Lüneburg. Zwei Baggerschaufeln brechen durch die Wände, als wären sie aus Papier. Es rieseln Schutt und Steinbrocken auf die Erde. Zwischendurch fischt einer der Baggerfahrer eine ganze Badewanne aus einem freigelegten Raum und legt sie gekonnt im Container ab.

Auf der Baustelle am Lüneburger Handwerkerplatz geht es seit Montag mit Riesenschritten voran. Der Abriss des alten Komplexes an der Ecke Barckhausen-/Lindenstraße ist in vollem Gange.

Danach wird Platz sein für das dritte Gebäude, das es an diesem Platz je gab.
Das erste Mal wurde diese Stelle 1876 bebaut – damals stand es alleine dort am Stadtrand. Die Turner des MTV bekamen ihre gewünschte Halle, für die Turner-Feuerwehr wurden die markanten Türmchen gebaut, dort konnten die Feuerwehrschläuche trocknen. Bedeutung über die Stadtgrenzen hinaus gewann die Halle, als dort der Bergen-Belsen-Prozess stattfand.

Doch trotz erbitterten Widerstandes musste die alte Halle 1976 den Verkehrsplänen weichen. Eine große Kreuzung mit breiten Straßen musste her.

Was dann allerdings an dieser Stelle gebaut wurde, war von der Optik her schlicht und einfach hässlich. Am Gebäude erfreuten sich höchstens Bowling-Fans, die dort bis 2016 ihrem Sport nachgingen. Heute gibt es in Lüneburg keine einzige Bahn mehr.

Mehr zur Geschichte, ein Besuch auf der Baustelle und was am Handwerkerplatz gebaut wird – darüber können Leser sich in der LP-Ausgabe von Mittwoch, 5. August, informieren