Lüneburg/Braunschweig. „Es war immer mein Traum, Fußball zu spielen“, verrät Hamed Sagar einen Wunsch, der für die meisten Menschen nur wenige Hürden bedeutet. Doch der 26-Jährige hat in seiner Heimat Afghanistan ein Bein verloren und trägt seitdem eine Prothese.

2015 flüchtete er nach Deutschland und fand in Lüneburg mit dem FC Dynamo tatsächlich einen Verein, der ihn aufnahm. Parallel spielt Hamed Sagar in Braunschweig beim Amputierten-Fußball mit und trainierte in dem Rahmen sogar schon mit der Nationalmannschaft.

„Hamed war einer der ersten Flüchtlinge, die zu uns kamen“, erinnert sich Jens Niemann, Vorsitzender des FC Dynamo. Damals habe der gebürtige Afghane gefragt, ob er als Torwart mitmachen dürfe, auch wenn er „nicht ganz fit“ sei.

„Wir merkten zwar im Training, dass er ein Bein etwas nachzog, aber ‚nicht ganz fit‘ hätte ja alles sein können“, sagt Niemann. „Erst nach ein paar Einheiten sagte er ganz trocken von sich aus, er sei früher Feldspieler gewesen, aber dann hätten die Taliban ihm ein Bein weggeschossen.“

„Ich habe schon als kleines Kind gerne Fußball gespielt“, erzählt Hamed Sagar, „bis ich 2006 im Alter von zwölf Jahren mein Bein verloren habe.“ Die Amputation habe ihn traurig gemacht, „aber noch trauriger war ich, weil ich dachte, dass ich nie wieder kicken kann“, verrät der 26-Jährige.

Ein Freund habe damals an seinem Bett gesessen und ihm gesagt: „Es gibt immer eine Möglichkeit.“ „Diesen Satz habe ich heute noch im Kopf, er hat mir sehr geholfen!“, sagt Hamed.

Bis 2015 blieb er noch in seiner Heimat, studierte sogar ein Semester Jura. Dann entschied er, wegen Krieg sowie schlechter Chancen auf einen Beruf und eine gute medizinische Versorgung nach Deutschland zu flüchten.

Hier lernte er – auch dank der Unterstützung von seinem Verein Dynamo – schnell Deutsch, spricht heute nahezu fließend unsere Sprache. Und er begann eine Berufsausbildung in einem Lüneburger Sanitätshaus.

Über einen Patienten hat er den Tipp bekommen, dass in Braunschweig Amputierten-Fußball gespielt wird. „In Deutschland gibt es insgesamt nur drei Vereine“, sagt Hamed, „die anderen sind in Düsseldorf und Hoffenheim.“ Seitdem setzt sich der gebürtige Afghane regelmäßig in die Bahn, um mit anderen gehandicapten Spielern zu trainieren. Während er sich bei Dynamo zum Torwart umschulen ließ und drei Jahre in der Kreisklasse zwischen den Pfosten stand, kann der 26-Jährige bei den Sportfreunden Braunschweig wieder als Feldspieler ran.

Die ganze Geschichte über Hamed steht in der LÜNEPOST vom 7. Oktober 2020.