Winsen. Knapp drei Wochen hat es gedauert, bis nach der Wiederaufnahme des „normalen“ Unterrichts an den Schulen die ersten Coronafälle auftauchen und umfangreiche Quarantäne-Maßnahmen nötig machen.

Nachdem in der Vorwoche in Hermannsburg in der Südheide eine Grundschulklasse nach Hause geschickt wurde, traf es am Montag nun die Berufsschule in Winsen, knapp zehn Kilometer von der Lüneburger Landkreisgrenze entfernt. Das bestätigt Bianca Trogisch, Presse­sprecherin der Niedersächsischen Landesschulbehörde in Lüneburg: „Bei einem Schüler wurde das Corona­virus bestätigt. Darauf wurde der Präsenzunterricht für eine Kohorte ausgesetzt.“

Auf der Internetseite der BBS an der Bürgerweide mit insgesamt 2500 Schülern heißt es: „Der gesamte Jahrgang 12 der Fachoberschulen unserer Schule sowie die beteiligten Lehrkräfte sind als Vorsichtsmaßnahme mit sofortiger Wirkung in die häusliche Quarantäne mit Distanzunterricht entsendet worden.“ Betroffen sind mehr als 150 Schüler.

Eine ziemlich große Kohorte: „Im Kurssystem der Oberstufe vermischen sich die Zusammensetzungen der Schüler“, erklärt Andres Wulfes, Sprecher des Landkreises Harburg. Um mögliche Infektionsketten zu unterbrechen, habe man so umfangreich handeln müssen. Voraussichtlich zwei Wochen lang werde der 12. Jahrgang nun zu Hause beschult. Schulleiter Thomas Degen: „Wir sind gut vorbereitet auf den Distanzunterricht. Der restliche Betrieb läuft ganz normal weiter.“ Ob unter den 150 betroffenen Schülern auch Jugendliche aus dem Landkreis Lüneburg sind, konnte Degen nicht sagen. Der Schulleiter lobt: „Der positiv getestete Schüler hat sich vorbildlich verhalten und richtig reagiert.“ Untersuchungen von Jugendlichen, die in besonders engem Kontakt mit dem erkrankten Schulkameraden standen, stünden noch aus.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lüneburgs Nachbarstadt Winsen Corona-Schlagzeilen schreibt: Bereits zu Beginn der Pandemie hatte es in der Stadt viele Infektionen unter den 1500 Beschäftigten des Amazon-Zentrallagers gegeben (Lünepost berichtete). Damals hatten Angestellte und Landtagspolitiker wie der Amelinghausener Detlev Schulz-Hendel (Grüne) dem Online-Giganten einen zu laxen Umgang mit Hygiene-Schutzmaßnahmen vorgeworfen.