Die „Golden Girlz“ in Lüneburg

Foto: Mirja Geh Photography

Lüneburg. Goldiger Besuch in der Hansestadt: Laura Ludwig (32) und Kira Walkenhorst (27), die 2016 als erste deutsche Frauen sensationell olympisches Gold im Beachvolleyball holten, besuchten die Training Days eines Reifenherstellers in Lüneburg. Dort schlugen sie auf, weil das Unternehmen seit rund zwei Jahren Sponsor der „Golden Girlz“, wie sie sich seit dem Olympia-Triumph nennen, ist. Und das Duo kam, obwohl es statt Sonne und Sand Schneeregen und Temperaturen um den Gefrierpunkt an der Teststrecke gab.

Die beiden Sportlerinnen pausieren aktuell: Laura Ludwig ist schwanger und Kira Walkenhorst kuriert eine Operation an der Schulter aus.

„Ich bin aber auf einem sehr guten Weg“, sagt die 27-Jährige, die im November ihre langjährige Lebensgefährtin Maria Kleefisch heiratete. „Die OP ist gut verlaufen, aber die Bänder und Sehnen brauchen noch Zeit.“ 2019 will sie gemeinsam mit Laura Ludwig wieder angreifen.

Und wie sind die Pläne von Laura Ludwig?

„Das musst Du ihn fragen“, sagt sie lachend und streichelt sich über den Bauch. Es wird also ein Sohn. Im Juni soll er zur Welt kommen. „So wie es jetzt ist, ist es für Kira und mich jeweils eine neue Erfahrung. Natürlich vermissen wir es, auf dem Feld zu stehen, aber nach all den Ups and Downs in den vergangenen Jahren ist das nun eine ganz andere Form von Erholung. Außerdem bleibt so mehr Zeit für den Partner und Events, die man gemeinsam mit ihm besuchen kann.“

Laura Ludwig weiß, „dass es nicht das Einfachste wird, wieder zurückzukommen“. Sie könne es auch verstehen, wenn Kira Walkenhorst zwischenzeitlich mit einer anderen Partnerin spielt. „Ein bisschen eifersüchtig wäre ich aber schon“, ergänzt Laura Ludwig mit einem Augenzwinkern. Und wenn man sieht, wie die beiden Frauen auch abseits des Platzes harmonieren, kann man sich kaum vorstellen, dass sie nach der Auszeit nicht wieder gemeinsam antreten.

Natürlich wissen die „Golden Girlz“, dass Lüneburg eine Bundesliga-Mannschaft im Hallen-Volleyball hat, die SVG. „Klar bekommen wir so etwas mit“, sagt Kira Walkenhorst, „auch weil Bernd (Bernd Schlesinger, Anm. d. Red.) dort Co-Trainer ist.“ Und Laura Ludwig ergänzt: „Da ist richtig was entstanden, oder?“ Nur mit der problematischen Hallen-Situation, „das ist ja schon schade“.

Trotz Pause konnte Laura Ludwig vor Kurzem ein wenig Olympia-Luft schnuppern: „Ich war tatsächlich für vier Tage bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea“, erzählt die 32-Jährige, „es war wirklich furchtbar kalt und ist daher umso erstaunlicher, was die Sportler dort geleistet haben.“

Gestaunt hat auch ganz Deutschland, als Ludwig und Walkenhorst vor knapp zwei Jahren in Rio de Janiero Gold für Deutschland holten. Die Medaille hat Laura Ludwig gut versteckt: „Ganz oben an der Wand hängt die WM-Medaille“, verrät sie, „die Goldene aus Rio liegt im Schmuckkästchen.“ Zu groß sei die Angst, „dass jemand einbricht und sie dann weg ist“.

Natürlich ließ der Sponsor die beiden Sportlerinnen nicht gehen, ohne dass sie – bei winterlichen Bedingungen – die neuen Sommerreifen getestet haben. Wegen Schulter und Schwangerschaft sollten Laura Ludwig und Kira Walkenhorst eigentlich nur mitfahren.

Dennoch ließen sie es sich nicht nehmen, sich selbst ans Steuer der E-Klassen zu setzen und über den Parcours zu brausen. „Ich bin eigentlich eine sehr vorsichtige Fahrerin – auch wenn meine Beifahrer das meist anders sehen“, sagt Laura Ludwig lachend. Und auf die Frage, wie es auf der Teststrecke war, schickt sie hinterher: „Du hast Kira doch am Steuer gesehen …“, scherzt sie. „Ich bin ja auch zurückhaltend gefahren“, gibt Kira Walkenhorst zu, „da war es schon spannender, bei Laura auf der Rückbank zu sitzen.“

Dann ging es für die „Golden Girlz“ weiter zum nächsten Foto-Termin. Und ab 2019 hoffentlich zu den nächsten Medaillen …