Lüneburg. Dieses Gemäuer verbindet Generationen. Seit 1987 zog die Lüneburger Disco „Garage“ das feiernde Volk mit Partys und Konzerten an. Kein Wunder, dass selbst die Eltern der jüngeren Gäste schon in der „Garage“ abgefeiert haben.

Doch jetzt hat es sich ausgetanzt in Lüneburgs letzter Diskothek. Die Tanzfläche am Bilmer Berg, die ihre Hochzeiten als Fun/Lollipop erlebte, bleibt schon seit Jahren leer. Im Vamos auf dem Uni-Campus fanden bis zum Corona-Lockdown nur noch unregelmäßig Partys statt. Jetzt müssen auch die Betreiber der „Garage“ aufgeben.

„Nach 33 Jahren Disco-Betrieb bleiben die Lichter für immer aus“, vermeldet Geschäftsführer Alex Schmidtgal. Und er erklärt auch den Grund für die dauerhafte Schließung: „Wir haben einen finanziellen Verlust, da uns seit März komplett die Einnahmen fehlen.“ Ohne Konzerte, Partys und feiernde Menschen blieb in der Corona-Zeit nicht nur die Tanzfläche, sondern auch die Kasse leer. Außerdem sei damit zu rechnen, dass Clubs und Discos zu den Letzten gehören, die wieder öffnen dürfen.

„Die ‚Garage‘ hat keine anderen Geschäftszweige, die etwas abwerfen“, verdeutlicht Schmidtgal. Zwar habe man schnell und unkompliziert Soforthilfe bekommen. „Unsere Fixkosten sind dadurch aber kaum gedeckt“, verrät der Geschäftsführer. Festangestellte Mitarbeiter seien in Kurzarbeit, Mini-Jobbern habe man kündigen müssen.

Ein weiterer Grund für die Schließung: Das Interesse der jüngeren Generation habe schon vor Corona nachgelassen. „Viele Clubs hatten schon länger einige Probleme. Bei uns sah es nicht anders aus, jede Woche ein neuer Kampf.“ Hoffnung, dass es nach Corona besser wird, hat Alex Schmidtgal nicht. Im Gegenteil.

Das ließ für die Betreiber aus Adendorf, die die Disco erst 2014 gründlich saniert hatten, nur einen Schritt zu: „Wir haben Kontakt zum Vermieter gesucht und um eine kurzfristige Auflösung des Mietvertrags gebeten.“ Es habe eine einvernehmliche Lösung gegeben.
Vermieter ist Sallier Immobilien.

Die LP-Nachfrage, was aus der Disco nun wird, blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet, da sich Jürgen Sallier auf Geschäftsreise befand. Gerüchte, dass auf dem „Garage“-Gelände Wohnungen entstehen soll, gab es aber schon vor Jahren.