„Die Natur reicht uns die Hand“

Im Gespräch: Lünepost-Reporterin Simone Steinbrenner sprach mit Tierfilmer Andreas Kieling, der für einen Vortrag an die Lüneburger Uni gekommen war. Foto: Merle Steinbrenner

Lüneburg. Es gibt kaum ein wildes Tier, das der Tierfilmer Andreas Kieling noch nicht vor die Linse seiner Kamera bekommen und mit seiner ruhigen Stimme für zahlreiche Fernsehbeiträge begleitet hat. Was ihn dabei seit über 27 Jahren antreibt, erklärte er am vergangenen Sonntag dem Publikum im ausverkauften großen Hörsaal der Leuphana Unsiversität Lüneburg.

„Tiere sind meine Leidenschaft. Und als Tierfilmer habe ich die Möglichkeit, euch mit Filmen und Geschichten an meinen Expeditionen teilhaben zu lassen“, sagte Kieling, „die Natur reicht uns immer wieder die Hand. Uns fehlt aber jede Achtung und Demut, wir zerstören die Lebensräume der wilden Tiere.“

Dieser emotionale Einstieg traf die rund 700 Gäste ins Mark. Für den Dokumentarfilmer und Autor gibt es nichts Schöneres, als die Liebe zur Natur und Tierwelt mit Millionen Menschen zu teilen. Kielings Dokumentationen für „National Geographic“, ZDF und BBC ziehen große und kleine Zuschauer in den Bann. Dem deutschen Publikum ist er u.a. durch die ZDF-Serie „Terra X: Kieling – Expeditionen zu den Letzten ihrer Art“ bekannt. Für den ARD Dreiteiler „Abenteuer Erde – Yukon River“ wurde er mit dem „Panda Award“, dem Oscar des Tierfilms, ausgezeichnet.

Ob in Alaska, Afrika, Indonesien oder Australien – wenn Andreas Kieling Auge um Auge mit einem wilden Tier steht, schafft er es, dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, er sei live dabei.

Kieling reiste durch Grönland, fuhr mit dem Mountainbike durch den Himalaja, arbeitete als Seemann und Förster. Seit 27 Jahren bereist er als Naturfotograf und Dokumentarfilmer die Welt. Vor dem Vortrag in Lüneburg war er gerade erst aus dem Kongo zurückgekehrt.

Andreas Kieling hat den Ehrgeiz, wilde Tiere allein aufzuspüren, was in der Wildnis gar nicht so einfach ist. Hilfe sucht er u. a. bei Farmbesitzern und erfahrenen Abenteurern. Sie zeigen ihm, wie man in Gegenwart von Löwen oder Leoparden die richtigen Sicherheitsvorkehrungen trifft und wie man sich fernab der Zivilisation von Beeren und Früchten ernähren kann, welche Pflanzen medizinische Wirkungen haben und wie die alten Buschmänner traditionell Feuer gemacht haben.

An der Lüneburger Uni referierte Kieling mit großer Leidenschaft und begeisterte sein Publikum mit spektakulären Bildern und Filmen. Eine Stunde vor dem Vortrag nahm sich der Tierfilmer Zeit für ein Exklusiv-Interview mit der LP, das Sie in der Ausgabe vom 10. Januar 2018 lesen.