In Lüneburg geben Spendensammler den Passanten Rätsel auf: Vor Einkaufszentren oder in der Fußgängerzone stehen sie und sammeln angeblich für Zirkustiere. Von welchem Zirkusunternehmen sie kommen, ist jedoch unklar. Eine neugierige Passantin sprach in der Bäckerstraße den Mann an, der dort sein Schild, ein Stoffpferd und eine Spendendose aufgestellt hatte. Er komme vom Zirkus Olympia, habe sie als Antwort bekommen, erzählt die Frau der Lünepost.

Als die Leserin beim Zirkus nachfragte, habe man sich von der Sammelaktion deutlich distanziert. Man kenne die Männer nicht. Passanten wollen beobachtet haben, wie die angeblichen Zirkus-Mitarbeiter mit Bierdosen versorgt und abends von einem schwarzen Transporter abgeholt wurden. Sachspenden hätten sie abgelehnt, nur Bares angenommen. Die LP sprach auch mit einem der Sammler. Er betonte erneut, vom Zirkus Olympia zu kommen. Der gehöre seiner Tante. Um sich „auszuweisen“, zeigte er eine Mappe – allerdings so kurz, dass nichts zu lesen war. Eine Anfrage der Redaktion beim Zirkusunternehmen blieb unbeantwortet.

Im Lüneburger Rathaus kennt man die Spendensammler nicht. „Allerdings brauchen sie auch wie die Bettler keine Genehmigung, solange sie nicht aggressiv nach Geld verlangen“, sagt Stadt-Sprecherin Ann-Kristin Jenckel. Das könnte beispielsweise der Fall sein, wenn der Mann ein echtes statt eines Stoffpferdes bei sich hätte, um emotionalen Druck zu erzeugen.
Wo das Geld in diesem Fall landet, bleibt ein Rätsel.

Worauf man beim Spenden achten sollte, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Lünepost vom 14. Dezember.