Embsen gegen HVL: Derby gegen alte Bekannte

Rechtzeitig zurück: Embsens Leistungsträgerin und Top-Torschützin Anna-Lena Bert musste zuletzt mit Knieproblemen pausieren, ist gegen ihren Ex-Verein HV Lüneburg aber wieder dabei. Foto: be

Embsen. Die Derby-Wochen gehen weiter: Nachdem die Landesliga-Handballerinnen des HV Lüneburg voriges Wochenende den MTV Eyendorf souverän mit 40:17 aus der Halle geworfen haben, geht es jetzt zum MTV Embsen. Am Sonntag, 9. Dezember, trifft ab 16 Uhr der zweitplatzierte MTV auf den direkten Verfolger aus Lüneburg. Das Derby als Top-Spiel der Liga.

Besonders brisant ist das Duell, weil erst im Sommer mit Anna-Lena Bert, Tabea Alshut und Anna Paarmann drei HVL-Spielerinnen nach Embsen wechselten. Andere Ex-Lüneburgerinnen wie Arlina Pusch und Jannika Witthöft tragen schon länger das MTV-Trikot. Und Trainer Volker Schäfer betreute vor einigen Jahren schon mal die HVL-Damen. Auf der anderen Seite zog es Coach Gerd Lawrenz vor dieser Saison aus Embsen zurück zum HVL.

Anna-Lena Bert, Top-Torschützin in Embsen, entwickelte sich schnell zur Leistungsträgerin, war zuletzt aber angeschlagen und musste vorige Woche sogar pausieren.

„Sie hatte Knieprobleme und wir haben gemeinsam entschieden, sie zu schonen, um einen Einsatz gegen Lüneburg nicht zu gefährden“, erklärt MTV-Trainer Schäfer. „Wir hatten ja auch genug Spielerinnen, da war das einfach vernünftig“, sagt Anna-Lena Bert selbst. Inzwischen habe sie aber keine Beschwerden mehr und könne wieder problemlos trainieren.

Die Vorfreude vor dem Derby sei groß in der Embsener Mannschaft: „Unsere Mannschaften werden oft verglichen“, weiß Anna-Lena Bert, „und in einer vollen Halle können wir den Zuschauern endlich live zeigen, was wir können und was an den Vergleichen dran ist.“

Dass der MTV aktuell hauchdünn die Nase vorn hat, sei für die Embsenerinnen überraschend.

„Vor allem, weil der HVL das klare Ziel Aufstieg ausgegeben hat“, meint Anna-Lena Bert, „und es uns eher darum geht, eine gute und faire Saison zu spielen – besonders, weil wir im Sommer ziemlich neu zusammengewürfelt wurden.“

Dennoch passte beim MTV schnell vieles zusammen und man spielte bislang von den Ergebnissen her eine nahezu blitzsaubere Saison. „Dabei lief die Vorbereitung nicht optimal“, erinnert sich die Embsenerin, „vor allem unser Zusammenhalt und, dass sich jeder beweisen will, haben den Ausschlag gegeben.“

Im Duell gegen den HVL freut sich Anna-Lena Bert vor allem auf Rika Spiller. „Sie ist eine schnelle und richtig gute Spielerin. Es wird interessant, sich mit ihr zu messen.“ Gegen die Lüneburgerinnen erwartet Bert eine körperbetonte Partie, in der es darauf ankomme, „mit der gewohnten Fairness in der Abwehr gut zu stehen und den Rückraum im Griff zu haben“.

Embsens Trainer Volker Schäfer ist optimistisch, dass es gegen die Lüneburgerinnen klappen kann, „auch wenn der HVL für mich der Favorit in diesem Derby ist“, gibt er sich bescheiden.

Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung, dass der MTV die Punkte am Sonntag in Embsen behalten kann: „Wir haben voriges Wochenende beim Auswärtssieg in Oldau zum ersten Mal in dieser Saison von Beginn an über volle 60 Minuten richtig gut gespielt – ohne Hänger“, sagt Schäfer. Das muss sein Team auch am Sonntag gegen Lüneburg auf die Platte bekommen.

Und Anna-Lena Bert betont: „Wir haben keinen Druck, auch wenn wir die Gejagten sind.“

„Der HVL-Sieg gegen Eyendorf war schon beeindruckend“, meint Volker Schäfer, der sich das Spiel von der Tribüne aus angesehen hat, „vor allem, weil sie nicht nur die erste Welle über Rika Spiller, sondern auch die zweite Welle richtig stark gespielt haben.“

Der Trainer hofft auf eine „schöne Kulisse“ in der Halle und „ein enges Spiel, das nicht zu früh entschieden ist“. „Wenn wir dann noch auftreten wie voriges Wochenende und einfache Gegentore vermeiden, können wir auch nach dem Derby noch vor dem HVL in der Tabelle stehen …“, glaubt Volker Schäfer. Anna-Lena Bert ergänzt: „Platz 2 nach dem Derby wäre für uns ein Sahnestückchen!“

Und dann steht ja auch schon der dritte Teil der Derby-Wochen an: Am Samstag, 15. Dezember, empfängt der MTV Embsen den MTV Eyendorf – bei dem Volker Schäfer noch Mitglied ist …