Facebook? Nein, danke!

Christine Manzke aus Dahlenburg hat den Facebook-Daumen endgültig gesenkt. Sie möchte ihr Gesicht nicht zeigen. Der Grund: „Mein Profil und mein Passwort sind gehackt worden – unter meinem Namen war plötzlich das Profil einer osteuropäischen Pornodarstellerin. Ich habe meine Facebook-Seite am Dienstag gelöscht. Und ich bleibe bei meiner Entscheidung. Ich werde mich nie wieder bei Facebook anmelden!“ Fotos: sst

Lüneburg. Facebook, das größte soziale Netzwerk der Welt, steckt seit Wochen in seiner bisher größten Krise. Vor wenigen Wochen kam heraus, dass die Facebook-Spitze um Gründer und Multi-Milliardär Mark Zuckerberg wusste, dass die Daten von 50 Millionen Nutzern an das US-Datenanalyseunternehmen Cambridge Analytica geflossen sind.

Die Profile sollen genutzt worden sein, um Einfluss auf die
US-Präsidentschaftswahlen 2016 zu nehmen.

Seither vergeht kaum ein Tag ohne neue Negativ-Meldungen in den Medien, ohne Politiker, die dem Netzwerk medienwirksam die Freundschaft kündigen, ohne Werbekunden, die den Facebook-Daumen senken. Um den an der Börse purzelnden Kurs des Konzerns zu stoppen, versucht die PR-Abteilung verzweifelt, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen, während die Facebook-Programmierer an verbesserten Privatsphäre-Einstellungen basteln.

Wie Boss Zuckerberg in einem Interview sagte, seien derzeit 14.000 Mitarbeiter damit beschäftigt, die Sicherheit von Facebook zu verbessern. Der Unternehmenschef dämpft jedoch die Hoffnungen auf schnelle Lösungen: Nach seinen Worten werde Facebook „einige Jahre“ brauchen, um die Probleme zu beheben.

Ob‘s dann nicht vielleicht schon zu spät ist?

Laut einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Focus denkt fast jeder zweite deutsche Nutzer aus Sorge um seine Daten über eine Abmeldung nach. Elon Musk, Internet-Milliardär wie Mark Zuckerberg, hat‘s vorgemacht: Er hat die Facebook-Profile seiner Firmen Tesla und SpaceX gelöscht.

Was Lüneburger sagen, steht in der LÜNEPOST vom 4. April 2018.