Foo Fighters in Hamburg: Das was das Konzert des Jahres!

Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl. (Foto: bec)

Hamburg. Zweieinhalb Stunden lang bekommt Dave Grohl das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Dass er an diesem Sonntagabend mit seinen Foo Fighters 60.000 Fans auf die Hamburger Trabrennbahn lockt, scheint ihn selbst zu überraschen. „Das ist die größte Show, die wir jemals in Deutschland gespielt haben“, sagt der 49-Jährige gleich zur Begrüßung – und die folgenden 150 Minuten des einzigen Deutschland-Konzertes zeigen, warum die Foo Fighters als derzeit wohl beste Live-Rockband der Welt gelten.

Vom Auftaktsong „Run“ bis zum furiosen Finale mit „Everlong“ ziehen Grohl und Konsorten eine energiegeladene Show ab. Abgesehen von den Songs des aktuellen Albums „Concrete and Gold“ kennen die Fans jede Textzeile. Sie singen lauthals mit bei „Monkey Wrench“, „Learn to Fly“ oder „These Days“.

Auch nach 21 Jahren Bandgeschichte und hunderten Konzerten haben die „Foos“ Spaß auf der Bühne. Vor allem mit Weltklasse-Drummer Taylor Hawkins liefert sich Frontmann Dave Grohl ein witziges Sprüche-Duell. Ein Höhepunkt dieser an Höhepunkten sowieso schon reichen Hamburger Sommernacht  ist der Jobtausch der beiden. Grohl, früher Drummer bei Nirvana, feiert ein Comeback an der „Schießbude“, während Hawkins das Mikro übernimmt und in Surfer-Shorts den Queen-Klassiker „Under Pressure“ erstaunlich stimmstark interpretiert. Auch stark: Zu den Klavierakkorden von John Lennons „Imagine“ steuert Grohl den Text von van Halens „Jump“ bei. Passt.

 

Nach 21 Songs müssen die Foo Fighters pünktlich um 22.30 Uhr ihre Verstärker ausstöpseln. So will es der Lärmschutz. Zugaben gibt es keine – wie immer bei Dave Grohl und seiner Truppe. Doch der Foo-Fighters-Frontmann verspricht, wiederzukommen. „Und dann suchen wir einen Ort, an dem wir die ganze Nacht durch spielen können.“ Begeisterung im Rund.

Randnotiz: Ein Hamburger wird den Gig so schnell nicht vergessen: der Inhaber des  Weinhauses Gröhl. Denn Grohl sah Gröhls Weinhandlung auf der Bus-Anfahrt zur Trabrennbahn. Weil ihm Name und Wein gefielen, kündigt der Sänger seinen Besuch für Montagmittag an und versprach allen 60.000 Konzertbesuchern Freigetränke. Da dürften sich wohl einige auf den Weg in die 100 Jahre alte Weinhandlung gemacht haben …