Gegen ein neues Baugebiet im „Grüngürtel West“

Noch ist hier Natur: Professor Peter Pez (l.) und Andreas Meihsies wollen keine Neubauten zwischen Lüneburg und Reppenstedt. Foto: jeb

Lüneburg/Reppenstedt. Wohnen und Gewerbe auf Lüneburger, Baugrundstücke auf Reppenstedter Seite – diese Pläne für den sogenannten Grüngürtel West stellten vor Kurzem Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Kreis und Gemeinde Reppenstedt vor.

Lüneburg wächst, Wohnraum wird dringend benötigt. Doch diese Pläne kamen nicht überall gut an: Politiker der Grünen und der FDP fühlten sich überrumpelt, Städteplaner und Umweltverbände reagierten entsetzt. So wie Andreas Meihsies vom BUND Lüneburg:

„Als ich 2014 noch im Stadtrat war, haben wir mit großer Mehrheit beschlossen, dass es im Grüngürtel keine Bebauung geben soll – jetzt gilt das alles nicht mehr?“, wundert sich der einstige Politiker der Grünen, die damals im Rathaus mit der SPD um OB Mädge das Sagen hatten.

„Ökologisch wachsen, statt grenzenlos wuchern“ heißt ein Diskussionspapier, das Meihsies vor über 20 Jahren gemeinsam mit Experten zum Thema vorgelegt hat. Beteiligt war damals u. a. der langjährige Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung Detlev Paschen.

Auch er sieht die Pläne für neue Baugebiete im Naherholungsgebiet kritisch: „Es fehlt die Nachhaltigkeit im Umgang mit der Landschaft“, sagt er, „es kann ja nicht nur Bebauung geben, sondern es muss auch große Landschaften und Ausgleichsflächen geben.“

Über nachhaltige Stadtentwicklung sprechen Paschen, Meihsies und Professor Peter Pez vom Institut für Stadt- und Kulturraumfoschung der Leuphana am Montag, 11. Juni (19 Uhr), bei einer Info-Veranstaltung des BUND im Albert-Ransohoff-Saal des PKL (Am Wienebütteler Weg 1, Haus 48).

Motto des Abends: „Hände weg! Grüngürtel West schützen“.