Gemeinsam gegen Fremdenhass

Auch im vergangenen Jahr gingen Menschen in Lüneburg auf die Straße, um gegen Rassismus zu demonstrieren. Foto: t&w

Lüneburg. Am 21. März 1960 ereignete sich in Sharpeville, einer kleinen Stadt etwa 50 Kilometer südlich von Johannesburg in Südafrika, ein Massaker, das die Welt entsetzte: Zwischen 5.000 und 7.000 Menschen fanden sich zusammen und demonstrierten gegen die Passgesetze des Apartheid-Regimes. Doch plötzlich eröffneten Polizisten das Feuer und töteten 69 schwarze Demonstranten, darunter acht Frauen und zehn Kinder. Zahlreiche Menschen wurden verletzt.

Heute ist der 21. März in Südafrika nationaler Gedenktag für Menschenrechte. Und auch hierzulande wird der 21. März als internationaler Tag gegen Rassismus begangen, zu dem der Interkulturelle Rat in Deutschland e. V. bundesweit Organisationen und Einrichtungen dazu aufruft, sich im Rahmen der Internationalen Wochen vom 16. bis 29. März gegen Rassismus zu beteiligen. In Lüneburg finden die „Lüneburger Wochen gegen Rassismus“ bereits zum fünften Mal statt.

„Wir erleben leider täglich Rassismus in verschiedenster Weise in der Gesellschaft“, sagt Dirk Garvels, Regionssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nordostniedersachsen, der die Lüneburger Wochen gegen Rassismus mitorganisiert. Der rassistisch motivierte Anschlag im hessischen Hanau mit zehn Toten sei aktuell das schlimmste Beispiel. „Aber wir haben es auch täglich mit sprachlichem Rassismus zu tun.“ So komme es seiner Meinung nach viel zu häufig vor, dass fragwürdige Äußerungen und rechtspopulistische Aussagen nicht hinterfragt und unreflektiert weiter getragen werden. „Wir müssen viel sensibler mit dem sprachlichen Rassismus umgehen, müssen viel mehr hinterfragen“, sagt Dirk Garvels. Mit den vielen Aktionen wollen die Organisatoren auf Dauer eine Veränderung in der Gesellschaft bewirken.

„Der Schwerpunkt der diesjährigen Aktion liegt auf institutionellem Rassismus. Wir hinterfragen, wie Rassismus in Schulen, Vereinen, bei der Polizei oder bei Behörden erlebt und manifestiert wird.“ Auch im Sport sei Rassismus ein aktuelles Thema, deswegen lädt der Lüneburger Kreissportbund Vertreter von Sportvereinen und Trainern zu dem Vortrag „Sportvereine und Verbände stark machen“ ein, im Anschluss gibt es Workshops, wie mit Rechtsextremismus und Alltagsrassismus umgegangen werden muss.

Das Programm „Lüneburger Wochen gegen Rassismus“

Montag, 16. März:
18 Uhr Vortrag „Umweltschutz von rechts?! Rechtsextremismus und Ökologie“ in der Vhs, Anmeldung unter Tel: (04131) 1 56 60
Dienstag, 17. März:
14 Uhr Stammtischkämpfer-Workshop in der Vhs, Anmeldung: vhsinfo@vhs.lueneburg.de
Mittwoch, 18. März:
19 Uhr „Die Mission der Lifeline“, Film der Seenotrettungsorganisation Lifeline, Scala-Kino
Freitag, 20. März:
13 Uhr Workshop „Warum es so schwierig ist von institutionalisiertem Rassismus zu reden?“in der Vhs, Anmeldung unter Tel: (04131) 1 56 60
18 Uhr Vortrag „How white media has silenced African voices in the global environmental discussion“ in der Vhs
Samstag, 21. März:
10.30 Uhr „Internationaler Tag gegen Rassismus“, Aktionen in der Lüneburger Innenstadt
19.30 Uhr „Spiel Zigeunistan“, musikalische Lesung im Glockenhaus
Sonntag, 22. März:
11 Uhr „Mein Wagnis gegen Rassismus“, Performances in der Halle für Kunst, Anmeldung: vermittlung@halle-fuer-kunst.de
Mittwoch, 25. März:
10 Uhr „Das wird man ja wohl nochmal fragen dürfen?!“, Austausch – Fragen – Kurzfilme Bei der St. Lambertikirche
16.30 Uhr Vortrag und Workshop „Sport mit Courage – Haltung zeigen gegen Rassismus!“ im Glockenhaus, Anmeldung: sportmitcourage@kreissportbund-lueneburg.de
Freitag, 27. März:
15 Uhr Vortrag „Ausgrenzung durch Rassismus: Wie Rassismus das Leben LGBTIQ+ zusätzlich belastet“ bei Checkpoint Queer, Beim Holzberg 1, Anmeldung: info@checkpoint-queer.de
Samstag, 28. März:
11 Uhr Stammtischkämpfer-Workshop in der Vhs, Anmeldung: vhsinfo@vhs.lueneburg.de
16.30 Uhr Film „Der Rassist in uns“ im mosaique
Aufgrund der aktuellen Corona-Situation kann es passieren, dass Veranstaltungen kurzfristig abgesagt werden.