Lünburg. „Wir haben keine Zeit mehr. Es ist längst 5 nach 12!“ – mit dramatischen Worten beschrieb Heiko Meyer am späten Donnerstagabend, 26. November, im Lüneburger Stadtrat die Lage des lokalen Einzelhandels.

Als Vorsitzender des City-Managements kennt Ratsmitglied Meyer die große Not der Kaufleute ganz genau. Der Lockdown im Frühjahr und all die weiteren Corona-Maßnahmen haben für Ebbe in den Kassen gesorgt. Umsätze gingen extrem zurück und haben sich bis heute nicht erholt.

Es droht das große Händlersterben.

„Ich habe große Sorgen um die Innenstadt und darum, dass wir sie ins Frühjahr hinein bekommen“, sagte auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge.

Um in der Vorweihnachtszeit wieder mehr Leben in die Fußgängerzonen und Geschäfte zu bringen, hat die Lüneburg Marketing GmbH um Geschäftsführer Lars Werkmeister ein umfangreiches Maßnahmen­paket geschnürt, das der Rat mit großer Mehrheit auf den Weg brachte.

Doch selbst Solidaritätsgutscheine, Radfahrprämie, Gratis-Parken, Kulturprogramm und freier ÖPNV konnten nicht ohne Nebengeräusche verabschiedet werden – wie eigentlich alles, das dieser Rat auf der Agenda hat.

So stellte Ulrich Blanck von den Grünen die Maßnahmen angesichts hoher Infektionszahlen infrage: „Ist es das richtige Signal zum jetzigen Zeitpunkt?“, fragte er. Die Angst vor neuen Corona-Hotspots versuchte CDU-Mann Dr. Thomas Buller zu nehmen. „Medizinisch gesehen muss man sagen, man gefährdet die Gesundheit nicht, wenn man sich draußen aufhält“, sagte der Mannschaftsarzt der SVG Lüneburg. Das bestätige auch das Robert-Koch-Institut: „Risiken und Infektionsketten entstehen nicht in Außenbereichen, sondern viel stärker im privaten Bereich“, erklärte der Mediziner.

Rund 600.000 Euro kostet das „Mini-Konjunkturpaket“ für die Innenstadt. Bereits zum 1. Dezember geht es los.

Mehr zum Thema steht in der LÜNEPOST vom 28./29. November 2020.