Embsen. Da ist eine volle Hütte garantiert: Schon im Hinspiel ging es in der proppevollen Sporthalle Oedeme ordentlich zur Sache, am Sonntag, 17. März, um 16 Uhr emfpängt Handball-Landesligist MTV Embsen den Nachbarn HV Lüneburg.

Auf dem Papier sieht es nach einer klaren Angelegenheit aus, spielt doch der Zweite Embsen gegen den Drittletzten aus der Hansestadt. Allerdings zeigte sich der HVL zuletzt in deutlich verbesserter Form und besiegte am vorigen Wochenende Abstiegskonkurrent Schneverdingen deutlich und absolut verdient mit 31:20.

„Es freut mich vor allem für die Jungs, dass sie jetzt die Bestätigung bekommen haben, dass sie es noch können“, sagt HVL-Coach Christian Fleßner direkt nach der Partie.

Vor allem war seiner Mannschaft anzumerken, dass Fleßner viel an der Körpersprache seiner Spieler gearbeitet hat. „Früher haben wir zu schnell die Köpfe hängen lassen, wenn es mal nicht so lief“, weiß der Coach.

Das war nun nicht mehr so: Auch wenn es in der ersten Halbzeit noch nicht optimal lief – die Abwehr stand zwar gut, doch vorne gab es noch zu viele Fehlwürfe –, pushte sich das Team immer wieder selbst und nahm das Publikum dabei mit.

In der zweiten Halbzeit wurde der HVL dann dafür belohnt, zog schnell davon und brachte die deutliche Führung schließlich ins Ziel. „Schade, dass dieses Spiel an einem Sonntag stattfand“, meinte Christian Fleßner, „sonst hätte man es noch einen Tag länger genießen können. So müssen wir nun zügig den Schalter wieder umlegen.“

Denn nun liegt der Fokus voll auf dem anstehenden Derby: „Natürlich gehen wir in das Spiel jetzt selbstbewusster und mit etwas mehr Rückenwind“, ist sich der HVL-Trainer sicher, „aber wir wussten immer, dass wir jeden schlagen können – wenn wir nicht so auftreten wie gegen Schneverdingen, können wir aber auch gegen jeden Gegner verlieren“, warnt Fleßner.

Verloren hat der MTV Embsen am Wochenende seit langer Zeit mal wieder. Allerdings beim Spitzenreiter MTV Eyendorf. Und mit 20:22 war man immerhin in Reichweite. „Es ärgert mich trotzdem“, sagt Embsens Trainer Torsten Doberass.

Denn: „Wir haben uns von der Kulisse beeindrucken lassen und zu viele leichte Fehler gemacht, dazu gab‘s zwei rote Karten wegen Undiszipliniertheiten.“

Ohne die ungewohnten Unsicherheiten wäre mehr drin gewesen. Trotzdem ist der Coach sicher, dass die Niederlage schnell vergessen ist. „Wir bereiten uns jetzt auf das Derby vor. Alle sind heiß drauf und wollen zeigen, dass wir die Nummer 1 im Kreis sind!“

Dennoch warnt Doberass davor, den Gegner aus Lüneburg wegen seines Platzes im Tabellenkeller zu unterschätzen:

„Das wäre ein fataler Fehler. Beim HVL gab es ganz deutlich eine Trendwende, die Kurve zeigt nach oben.“ Das liege vor allem an Trainer Fleßner: „Er bezieht die Jugend mit ein und das macht er goldrichtig“, findet der Trainer-Kollege aus Embsen.

„Wir müssen den jungen Wilden Paroli bieten, ihnen mit Konstanz und körperlicher Überlegenheit den Zahn ziehen“, meint Torsten Doberass. Einfach werde das Duell nicht: „Wir müssen schon 100 Prozent auf die Platte bringen.“

Die Sporthalle in Embsen wird sicherlich wieder zur Top-Kulisse. „Die Zuschauer werden ein packendes, enges Spiel zu sehen bekommen“, glaubt Trainer Doberass.