Lüneburg. Der Frühjahrsmarkt fiel aus, Sülfmeistertage und Oktoberfest sind abgesagt – jetzt wünschen sich alle, dass wenigstens der Weihnachtsmarkt im Dezember steigt. Die Lüneburger und Besucher, weil sie mal wieder feiern wollen. Die Geschäftsleute, weil er die Kunden in die Stadt zieht. Und die Schausteller, weil sonst vielen von ihnen die Pleite droht.

Als kürzlich Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann im Rahmen des Lünepost-Sommerinterviews mit den Schaustellern zusammentraf, riet er, man müsse kluge Hygienekonzepte einreichen.

Damit ist das Lüneburger Ordnungsamt gerade beschäftigt. Drei verschiedene Konzepte sind entwickelt. „Was wir davon verwirklichen, wird der weitere Verlauf der Pandemie bestimmen“, sagt Ordnungsamtleiter Joachim Bodendieck. Angedacht seien zum Beispiel kleine Inseln mit jeweils ein paar Buden. „Oder wir richten einen Spezialmarkt mit Ein- und Ausgang ein“, nennt Bodendieck eine weitere Idee. Darin dürfte man sich nur in eine Richtung bewegen.

Otto Ernst Schulz, Geschäftsführer der Lüneburger Schausteller, betont: „Es werden alle bisherigen Aussteller miteinbezogen.“ Das sei wichtig, denn schließlich mache die Vielfalt die Weihnachtsstadt erst attraktiv.

Auch werde es keinen Markt an der Peripherie, zum Beispiel auf den Sülzwiesen, geben, sagt Bodendieck: „Dort bekommt man das Ambiente nicht hin, außerdem schädigt man die Händler in der Stadt eher, als dass man ihnen hilft.“

Helfen will die Stadt den gebeutelten Schaustellern auch, indem sie noch bis Jahresende alle Standgebühren um die Hälfte reduziert. „Jetzt hoffen wir, dass die Landesregierung spätestens im September Richtlinien für Weihnachtsmärkte erlässt“, so Bodendieck, „denn dann müssen wir unbedingt mit den Vorbereitungen beginnen.“

Wie die Schausteller die Corona-Regeln umsetzen möchten und welche Märkte vielleicht noch zu Weihnachten öffnen können ist in der LP vom 29. Juli zu leser.