Scheeßel. Sommer, Sonne – Festival! Nicht nur beim Uelzen Open R herrschten am Wochenende drei Tage lang perfekte Festival-Bedingungen. Auch gut 90 Kilometer westlich in Scheeßel rockte der Norden. Und das erstmals seit Jahren – Stammgäste behaupteten sogar, „erstmals seit Menschengedenken“ – ohne Regen und Gewitter. Die Lünepost war dabei.

Campino von den Toten Hosen (Foto: bec)

Auch beim mittlerweile 22. Hurricane-Festival war die Bandbreite der rund 100 Künstler enorm. So rockten die Toten Hosen am Freitag erstmals seit 18 Jahren wieder auf dem altehrwürdigen Eichenring. Vor allem für Sänger Campino war es ein besonderer Abend, feierte er um Mitternacht doch mit 68.000 Gästen in seinen 57. (!) Geburtstag. Für die Ständchen sorgte er natürlich selbst – besonders bei „Hier kommt Alex“ feierten die Fans – ihr zwar älter aussehendes, aber immer noch wild über die Bühne fegendes – Idol. Zuvor hatten auf den insgesamt vier Bühnen u. a. Gute-Laune-Rapper Teesy, Gute-Laune-Tanzbär Bosse und die extravaganten Falko-Erben Bilderbuch begeistert.

Mumford & Sons (Foto: bec)

Eine Mega-Sommerparty gab’s Samstagnachmittag bei den 257ers aus Essen. Mit Schaumkanone, Tanz-Gorilla und einem aufblasbaren (und kopulierenden) Donald Trump. Ob’s US-Rapper Macklemore vor seinem abendlichen Auftritt auch gesehen hat? Parallel zu seiner spektakulären Bühnenshow starteten nebenan auf der neuen „Forest Stage“ Mumford & Sons (Foto) mit handgemachtem Folkrock vom Feinsten – für viele das bis dahin beste Konzert des gesamten Wochenendes. Den Hingucker des Nachmittags gab’s beim Auftritt von Me First & The Gimme Gimmes. Denn bei der Punk-Cover-Kombo sprang CJ Ramone, einst Mitglied der Ramones, am Bass ein.

Getoppt wurden die Briten nur noch vom Headliner des Sonntags. Bei den Foo Fighters gaben Band und Publikum noch ein allerletztes Mal alles. Während viele nach drei kurzen Zeltplatznächten arg derangiert und erschöpft die letzten Kräfte mobilisierten, wirkte Frontmann Dave Grohl vital wie ein Mittzwanziger. Dass der frühere Nirvana-Drummer mittlerweile 50 ist, schien er zusammen mit seiner Band und dem wohl weltbesten Drummer Taylor Hawkins lautstark widerlegen zu wollen.

Robert Smith, 60-jährige The-Cure-Legende (Foto: bec)

Ganz anders Kollege Robert Smith von The Cure. Der ist zwar „nur“ 10 Jahre älter als Grohl, sah bei seinem Aufritt zuvor aber eher doppelt so alt aus. Die Hits wie „Boys Don’t Cry“ oder „Pictures of You“ feierten die treuen Fans natürlich trotzdem.

Fazit des Festival-Wochenendes: Wetter gut, Acts gut, Stimmung gut. „Best of You“ – einer der Rausschmeißer-Song der Foo Fighters, könnte auch als Bewertung durchgehen, liebes Hurricane!

Übrigens: Bei der Abschluss-Pressekonferenz am Sonntag verkündete Veranstalter FKP Scorpio auch gleich einen der Headliner für das Hurricane 2020. Die Berliner Formation Seeed wird nach längerer Schaffenspause in Scheeßel auf der Bühne stehen. Der Vorverkauf für das Hurricane 2020 startet an diesem Montag.