Lüneburg. „Wir haben heute den Inzidenzwert von 35 erreicht. Damit haben wir eine Allgemeinverfügung zu erlassen“, sagte Lüneburgs Landrat Jens Böther am Freitagnachmittag in einer Pressekonferenz.

Inhalt dieser Allgemeinverfügung: Ab Montag gilt im Lüneburger Zentrum eine allgemeine Maskenpflicht. „Das betrifft den Bereich innerhalb von Sande, Am Berge, Rosenstraße, Brodbänken, Marktplatz, Sülzstraße, Neue Sülze und  Heiligengeiststraße“, umriss Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer den Bereich. Bedeutet: In er Fußgängerzone ist ab sofort Maskenpflicht. „Das gilt solange, bis der Wert wieder unter 35 sinkt“, erklärte Krumböhmer. Nicht betroffen ist das Kneipenviertel am Stintmarkt: Dort ist nach der jüngsten Bund-Länder-Konferenz ab Montag sowieso alles geschlossen.

Mit Stand von 15.30 Uhr lag die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis bei 384, 99 davon gelten noch als akut. Erneut sind Fälle aus den Kneipen der Stadt aufgetaucht: In Capitol, Schallander, N.T., Irish Pub und im Café Central gab es zuletzt Corona-Infektionen. „Die Kneipenszene macht den größten Kummer“, sagte Dr. Marion Wunderlich, Leiterin des Gesundheitsamtes. Mit 18 Mitarbeitern und sechs Bundeswehrsoldaten werden Infektionsketten nachverfolgt. „Und es geht keiner nach Hause, bevor nicht auch der letzte Kontakzt ermittelt und angerufen ist. Dafür vielen Dank“, lobte Dr. Wunderlich. So sei es auch gelungen, alle bisherigen Fälle nachzuvollziehen. „Ich bin froh, dass die Gastronomie am Montag zu macht, blöd ist nur, dass die Restaurants auch schließen müssen, die sich vorbildlich an die Vorgaben gehalten haben“, sagte sie bedauernd. Weil die Zahlen weiter steigen, bekommt ihre Task Force ab kommender Woche weitere Unterstützung von der Truppe.

Die Situation im Klinikum ist weiterhin verhältnismäßig entspannt, achdem die aus einem Seniorenheim stammenden Infizierten so langsam über den Berg sind. Aktuell liegt noch eine Person auf der Intensivstation, vier sind im Normalbereich in Behandlung. Bis zu 24 Betten stehen aktuell bereit für Covid-19-Erkrankte, zudem gibt es noch Erweiterungsmöglichkeiten. Auch materialtechnisch sei man gut ausgerüstet, sagte Hygiene-Experte Frank Oppenheimer, Leitender Oberarzt vom Kinikum Lüneburg.